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  • Tipp – Tanken

Es stand mal wieder ein Wochenende vor der Tür. 
Also jetzt kein langes Wochenende, so von Freitag bis Sonntag, sondern ein normales Wochenende.  
Wenn man im Einzelhandel arbeitet so wie wir, heißt ein normales Wochenende so ungefähr ab Samstag Mittag und der komplette Sonntag. 
Wenn wir dann noch von einer Frühschicht am Montag ausgehen, d.h. 6:00 Uhr Arbeitsbeginn so hat ein normales Wochenende in etwas 40 Stunden.

40 Stunden Urlaub !!

Was machen wir also mit diesen 40 Stunden Freizeit? Wo waren wir noch nicht und wo geht’s ans Meer? Na gut .. bis zum Meer ist es selbst von uns aus schon ein ganzes Stück mit dem Auto. Was kommt dem somit am Nächsten ?! – ein großer See in Italien, der Gardasee. Jasmin war von meiner Idee erstmal noch nicht so überzeugt, jedoch verging nur eine Woche und Jasmin war so überzeugt. Es sollte gleichzeitig ein Test werden. Wir wollten nicht immer extra für eine Nacht ein Zimmer mieten, wir wollten uns ja auch nicht festlegen wo wir eigentlich am Gardasee übernachten wollten. Der Plan war im Auto zu übernachten. Dafür hatten wir eigens eine große Matratze fürs Auto besorgt. Zwei Tage vor der Fahrt haben wir alles im Auto vorbereitet, die Sitze umgelegt, die Matratze ausgebreitet und für ein paar Minuten probegelegen. 
Alles fühlte sich gut an, also sind wir am Samstag Mittag direkt nach meiner Arbeit los. Eingabe im Navigationsgerät … Riva del Garda. Fahrzeit von Memmingen aus gute 5 Stunden, also Ankunft ca. 18 Uhr am Gardasee. Das war für uns völlig okay. Wir sind schon länger gefahren und viel später angekommen, wie etwa unser sehr spontaner Kurztrip nach Paris.

Da ich in Memmingen meinen Arbeitsplatz habe und wir Zeit sparen wollten sind wir direkt nach meiner Arbeit von Memmingen aus in Richtung Gardasee aufgebrochen. Von Memmingen direkt auf der A7 Richtung Füssen bis nach Reute in Österreich. Ab Reute fährt man dann jedoch nicht mehr auf einer mehrspurigen Autobahn, sonder auf der 179 weiter. Dies ist eine einspurige Fernpassstraße, was an einem Samstag Nachmittag bei bestem Sommerwetter ein erheblicher Nachteil ist. Landschaftlich reizvoll schlängelt sie sich auf 55 km durch die Alpen. Wenn man mit nur wenigen anderen Reisenden auf der Straße unterwegs ist, ist sie auch sehr angenehm zu fahren, wir jedoch haben auf der 187 zwischen Lermoss über die E532 bei Nassereith bis nach Mötz auf Grund von Stau und stockendem Verkehr gut 1 Stunde mehr und somit insgesamt 2,5h für die 55 km benötigt. 

Tipp

Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man am Wochenende und zu Ferienzeiten diesen Weg über Füssen nach Österreich meiden und über Garmisch-Partenkirchen sein Glück versuchen. Wir fahren wenn es uns möglich ist meistens azyklisch, also lange vor oder erst spät abends nach den Touristenströmen oder manchmal sogar erst in der Nacht. 

Bei Mötz ging es dann direkt auf die A12 in Richtung Innsbruck und ab da war Stau oder stockender Verkehr kein Thema mehr. Da wir für Österreich die digitale Vignette und FLEX die digitale Streckenmaut nutzen, kommen wir auch an den Mautstellen meistens ohne weitere Verzögerungen durch. Für die Brennerautobahn gilt noch FLEX. Italien hat natürlich dann sein eigenes System. Aber auch hierfür gibt es schnelle und digitale Lösungen. Wir nutzen das französische System von Bip&Go, welches dann auch gleichzeitig noch in Spanien, Portugal und natürlich auch in Frankreich funktioniert. Nachdem wir den Brenner hinter uns gelassen haben, schlängelt sich die Autobahn A22 durch die Tiroler Alpen. Ohne weitere Störungen und ohne Pause fuhren wir noch gute 2 Stunden bis Mori. Hier haben wir die Autobahn A22 verlassen und sind dann der SS240 nach Riva del Garda gefolgt.


Nach nur wenigen Kilometer im kleinen Ort Nago-Torbole führt die Straße dann steil bergab runter nach Riva del Garda. Oben am Berg mitten in einer scharfen Kehre gibt es einen kleinen Parkplatz. Da dieser Parkplatz nur sehr spät als Solcher zu erkennen ist und man nur einen kurzen Moment erahnen kann, welchen traumhaften Ausblick er bietet, musste ich sehr schnell entscheiden. Also bog ich ungebremst und sehr scharf auf den Parkplatz ab, um nicht den doch sehr zügigen fließenden Verkehr hinter mir  zu behindern. Vor Uns ging es steil bergab und wir hatten einen sehr weiten und traumhaften Blick über Riva del Garda und dem Gardasee.


Nach gut 5 Stunden Autofahrt vertraten wir uns paar Minuten die Füße und genossen die herrliche Aussicht. Von hier oben konnten wir aber schon erkennen das sich unten in der Stadt der Verkehr etwas staute. Die Ursache ist recht simpel, im Ort Riva del Garda treffen  sie die zwei Straßen welche sich links und rechts  direkt an der Uferpromenade des Gardasees entlang schlängeln. Also muss fast jedes Auto hier durch. Wer ans andere Ende vom See möchte, sollte sich überlegen auf der A22 bis nach Affi oder gleich bis zur A4 bei Peschiera del Garda durchzufahren.


Für uns war Riva del Garda erstmal nur eine Zielmarke, da wir ja noch nicht wirklich wussten wo wir unser Nachtlager aufschlagen wollten. In Riva del Garda jedenfalls noch nicht. Wir wollten noch weiter runter südlich an den See. Nach dem unsere Füße ihren Auslauf bekommen hatten, setzten wir unsere kleine Italienreise fort und stellten uns mit zu den Anderen in den Stau. Bei dieser Gelegenheit konnten wir noch in Ruhe entscheiden ob wir auf der linke oder der rechte Uferpromenade entlangfahren wollten. 


Wir entschieden uns für die Sonnenseite. Somit ließen wir nach wenigen Minuten im Stau Riva del Garda links liegen und fuhren mit vielen Anderen der Sonne entgegen. Da es die einzige Straße am Seeufer ist, ist naturgemäß auch sehr viel los. Hinzukommt, das es schon später Nachmittag war und somit der einheimische Italiener sein gutgekühltes Heim verlässt und soziale Kontakte pflegt. Wir kamen nur sehr gemächlich voran und langsam bekamen wir auch etwas Hunger.

Malcesine

In Malcesine entschieden wir uns eine größere Pause einzulegen.

 Wir quetschten uns durch die vollen und schmalen Gassen von Malcesine bis zu einem größeren Parkplatz mitten im Ort. Wir stiegen aus unserem Auto und sofort umhüllte uns das typische italienische Flair und Lebensgefühl. Es war angenehm warm und die Sonne, die schon langsam unterging, tauchte die Stadt in romantisch warmes Licht. Das Gefühl von Urlaub machte sich in uns breit. Jasmin und Ich schlenderten durch die malerischen schmalen Gassen. Überall waren die großen und kleinen Restaurants geöffnet, es duftete überall nach frisch gemachter Pizza, Touristen und Einheimische saßen auf Bänken, an Restauranttischen oder einfach auf den Steinstufen vor den Häusern und genossen den Blick auf den See. Kinder spielten und plantschten an einem Brunnen und wir waren auf der Suche nach einem schönen Plätzchen wo wir eine Pizza essen und etwas Trinken könnten. Wir entschieden uns dann für das Ristorante Pizzeria Treccani. 

Es ist direkt am kleinem Hafen von Malcesine gelegen und hat einen schönen Ausblick auf den Gardasee. Zu unserem Bedauern wurden wir dann vom Kellner an einen der vielen hinteren Tische platziert, wodurch wir dann leider keinen schönen direkten Blick mehr auf den See genießen konnten. Ohne jetzt diese Pizzeria stark abwerten zu wollen, wir waren ja selbst Schuld wir hatten Hunger und wollten nicht weiter lange nach einer Pizzeria suchen, also sind wir hier eingekehrt. Die Pizzeria ist sehr auf Touristen ausgelegt. Seine Lage am Hafen ist natürlich sehr ideal. Es gab viele nur sehr schlicht eingedeckte Tische, die Speisekarte lies  grundsätzlich keine Wünsche offen, es ist nur dann oft so, das bei so vielen unterschiedlichen Gerichten die Liebe zum Produkt schwindet. Weniger wäre mehr.  Wir wurden auch schnell und freundlich bedient, jedoch war die Pizza nur durchschnittlich und dem Preis nicht angemessen. Wir waren dann doch etwas enttäuscht.

Später, als wir dann noch weiter durch Malcesine spaziert sind, haben wir in den unzähligen kleinen Nebenstraße etwas weg von den Touristen-Hotspots viele kleine und sehr liebevoll geführte Restaurants gefunden, welche auf uns schon nur beim Vorbeigehen einen positiveren Eindruck hinterließen.

Doch diese etwas unschöne Erfahrung war dann aber auch sehr schnell wieder vergessen. Wir stoppten vom dem Palazzo dei Capitani. Nicht das wir das wussten, es war der Anblick der uns innehalten ließ. Wir standen wir einem großen offen Tor und man schaute durch einen großen Innenraum in einen blühenden Garten und auf den direkt dahinter liegenden Gardasee. Es war so eine typische italienische Filmkulisse. Also sind wir durch das Tor in prachtvoll angelegten Garten. Nun standen wir direkt am Ufer vom Gardasee und passend zur Kulisse tauchte auch noch ein großes Holzsegelschiff vor uns auf. Mehr Klischee war kaum möglich, aber genau so haben wir uns das ja auch vorgestellt. Wir erkundeten weiter die kleinen Gassen und die Sonne war schon hinter den Bergen verschwunden, als sich plötzlich nach einer sehr schmalen unscheinbaren Gasse hinter einer Häuserecke unvermittelt das Castello Scaligero vor uns in den Abendhimmel streckte. Da es schon recht spät war, sind wir nicht davon aus gegangen, das man es noch besuchen könnte. In den Sommermonaten kann man das Castello Scaligero jedoch bis 21 Uhr besichtigen. Was wir dann auch taten. 


Wir erkundeten weiter die kleinen Gassen und die Sonne war schon hinter den Bergen verschwunden, als sich plötzlich nach einer sehr schmalen unscheinbaren Gasse hinter einer Häuserecke unvermittelt das Castello Scaligero vor uns in den Abendhimmel streckte. Da es schon recht spät war, sind wir nicht davon aus gegangen, das man es noch besuchen könnte. In den Sommermonaten kann man das Castello Scaligero jedoch bis 21 Uhr besichtigen. Was wir dann auch taten. Unsere Erfahrung hat gezeigt, gerade wenn man entgegen den typischen Touristenzeiten die Sehenswürdigkeiten besucht, oft fast Alleine ist, wie hier auf dem Castello Scaligero, oder man es dann kostenlos besuchen kann. Wie die Festung Hohensalzburg in Salzburg, welche ab 19 Uhr bis auf einige Innenbereiche kostenlos und frei zugänglich ist. Hier mussten wir zwar noch Eintritt bezahlen, aber dieser war mit  6€ pro Person durchaus angemessen. Wir streiften noch einwenig durch das romantisch beleuchtet Castello Scaligero und genossen von der Turmplattform aus die grandiose Aussicht über das abendliche Malcesine und den ruhigen, glitzernden Gardasee. Die Turmglocke schlug 21 Uhr an. Es wurde Zeit für uns, unsere kleine Italienreise fortzuführen. Wir hatten uns entschieden bis nach Sirmione weiter zu fahren und uns dort, vielleicht am Jamaica Beach ein Platz zum übernachten zu suchen. 


Tanken in Italien

Bis Sirmione waren es noch gut eine Stunde und tanken mussten wir auch noch. Doch eine Tankstelle zu finden, die auf unserer Route lag, stellte sich als echte Herausforderung raus. Hinzu kam, das wir dann irgendwann schon langsam die Reserve leer fuhren. Es wurde als langsam Zeit zum tanken. Es machte sich in mir auch schon so eine gewisse innere Unruhe breit. Irgendwann in Torri del Benaco wurden wir dann endlich fündig, eine Q8-Tankstelle. 

In Italien gibt es viele kleine Tankstellen, ohne Personal nur mit Bezahl-Terminals. Das ist aus Sicht der Betreiber durch lukrativ, da man sich das teure Personal spart, die Tankstelle 24/7 betrieben werden kann und ich als Kunde kann da zu jeder Zeit tanken. Somit standen wir vor dem Bezahlterminal, tippten uns durch das italienische Bedienermenü, steckten die Kreditkarte in das Gerät und schafften es auch unsere Zapfsäule freizuschalten, Tankdeckel auf und Zapfhahn rein und …. nichts. Noch waren wir entspannt. Vielleicht hatten wir ja was falsch gemacht. Also das Ganze noch mal auf Anfang und …. Nichts. Wir haben es noch einige Male probiert jedoch ohne Ergebnis. Neuer Versuch mit Bargeld. Das Bezahlterminal hat unseren 50€-Schein dankend angenommen, Zapfhahn rein und …. Nichts. Jetzt hätte man denken können, das der Vorgang abgebrochen wir und wir die 50€ wieder herausbekommen, aber wir wurden dann doch überrascht mit einem Gutscheinbon. Das Geld wird vom Bezahlterminal einfach einbehalten und man bekommt einen kleinen Bon auf italienisch ausgedruckt.

Dieser Bon gilt als Gutschein, den man innerhalb von 3 Monaten wieder einlösen kann. An der Zapfsäule nebenan hielt ein Pärchen auf ihrem Motorroller. Wir fragten sie, ob sie uns helfen könnten. Leider konnten oder wollten sie uns nicht verstehen. Sie zuckten kurz mit ihren Schultern, tankten ihren Roller voll und fuhren davon. Als nächstes fuhren zwei Männer in ihrem Mercedes an die Tankstelle, parkten etwas abseits und beobachteten uns nur. Wir  standen somit an dieser Tankstelle ohne getankt zu haben mit einem Stück Papier in der Hand, was wohl 50€ wert war, aber wir damit jetzt so nichts anfangen konnten.  Wir waren echt frustriert und tanken mussten wir ja immer noch.

Also sind wir weitergefahren und keine 10 Minuten später in Garda kam eine Esso-Tankstelle. Der gleiche Ablauf, nur das wir diesmal auch wirklich tanken konnten. Erleichtert und mit vollem Tank setzten wir unsere Fahrt nach Sirmione fort.

Sirmione

08:00 Uhr am Morgen kletterten wir etwas zerknirscht aus dem Bett und aus dem Auto. Es war eine kurze und nicht besonders erholsame Nacht. An der Schlafunterlage und am knappen Raum lag es aber nicht. Ich war der Grund … Ich hatte mal wieder in der Nacht einen ganzen Wald abgeholzt. Für Jasmin war also kaum an Schlaf zu denken und sie hat mich natürlich, fairer Weise muss ich sagen, auch an ihrem Frust sehr oft durch liebevolles nachdrückliches Wecken teilhaben lassen. Wir machten uns stadtfein und verließen unseren sehr schönen Schlafplatz. Wir fuhren zurück zum großen Parkplatz vor den Ponte Levatoio. Die Sonne strahlte schon mit voller Kraft am weißblauen Himmel. Der Parkplatz war noch kaum belegt und Besucher waren auch kaum zu sehen. Die Parkgebühr kann man direkt an der Parkuhr bezahlen oder über die App Easypark. Wenn es möglich ist, nutzen wir immer die digitale Variante der Bezahlung. Über die App hat man alles im Blick und man benötigt kein Kleingeld.

Jamaica Beach

Mit Handtuch und Badesachen beladen gingen wir durch das noch fast leere und malerische  Centro Storico von Sirmione. Nach gut 10 Minuten erreichten wir einen sandigen Weg der hinunter zum Jamaica Beach führte. Da es in den letzten Wochen sehr viel geregnet hatte, war das Strandufer nur sehr schmal und vom typischen Felsenstrand nicht viel zu sehen. 

Wir breiteten an einem abgelegenen Bereich des Strandes unsere Handtücher aus und schon ging es für uns in kühle Nass. Da der Felsenstrand nur wenige Zentimeter unter der Wasseroberfläche lag konnte man recht weit hinauslaufen oder problemlos im Wasser sitzen. Da man unter der Wasseroberfläche die Felsen nicht sehen konnte, war es schon sehr abenteuerlich sich bis zum Rand des Strandes weiter draußen vorzuarbeiten. 

Wir verbrachten gut eine Stunde am Strand und genossen die herrliche Aussicht auf das Tiroler Alpenpanorama. Fähren, Ausflugsbote und kleine Schnellbote fuhren hin und her und der schmale Strandstreifen füllte sich mit immer mehr Besuchern. Das war für uns das Signal unsere sieben Sachen zu packen und unsere kleine Italienreise fortzuführen. Wir wollten ja schließlich noch nach Verona.

In den vielen kleinen Gassen der kleinen Altstadt war es jetzt Frühstück und gingen zurück zum Auto. Der Parkplatz war mittlerweile komplett belegt. Wir setzten uns mit unserem Frühstück etwas abseits unseres Autos auf die Promenadenmauer, schon damit wir nicht alle zwei Minuten gefragt werden, ob wir den Parkplatz verlassen. 

Frisch und gestärkt machten wir uns gegen 11:00 Uhr auf den Weg nach Verona. 

Beim Verlassen der Halbinsel zeigte sich wieder, das es sich immer wieder lohnt früher an den typischen Touristen-Hotspots zu sein. Die einzige Hauptstraße war in Richtung Strand nur noch ein einziger Stau, an den kleineren Kreuzungen wurde der Verkehr sogar von der Polizei geregelt und auf den Gehwegen zogen ganze Karawanen von Strandbesuchern vollgepackt mit ihren Badeutensilien in Richtung Stand. 

Verona

Die Mittagssonne heizte die Stadt auf und außerhalb der Altstadt waren auf den Straße kaum Einheimische oder Besucher unterwegs.  Über die Stradone Porta Palio kamen wir direkt am Castelvecchio raus, und ab hier füllten sich dann auch die Straßen und Gassen mit unzähligen Besuchern. Das Castelvecchio ist eines der vielen Wahrzeichen der Stadt.  Es ist eine mächtige Burg der Scaliger-Dynastie aus dem Mittelalter und liegt direkt am Fluss Adige.

Über den Fluss führt die berühmte Bogenbrücke Castel-Vecchio-Brücke (italienisch: Ponte di Castel Vecchio) oder Scaliger-Brücke (italienisch: Ponte Scaligero). Die Brücke wurde von Cangrande ll della Scala als Fluchweg aus der Burg erbaut. 

Vorbei am Arco di Gavi sind wir über die Corso Camillo Benso di Cavour langsam in die Altstadt gelaufen. Die Straße wurde immer schmaler, die Häuser rückten immer näher zu sammen, wodurch sie vor der heizen Mittagssonne etwas Schutz und Schatten boten und links und rechts reite sich ein kleines Geschäft an das Andere.

Plötzlich öffnet sich jedoch die schmale Gasse zu einem hellen belebten Platz. Etwas unvorbereitet steht man in Mitten auf einer typischen italienischen Piazza, mit einem großen Springbunnen in der Mitte, vielen kleinen und großen Bistros und Cafés, Menschen sitzen an Tischen und trinken einen Espresso, Kinder rennen umher und spielen im Wasser, an den Fenster und Balkone der  Häuser hängen Blumenkästen mit üppig blühenden Blumen und unzählige Besucher laufen mit ihren Handy umher und machen Fotos. Eingerahmt wurde der Platz vom Palazzo Maffei und dem Palazzo della Radione, welche von den beiden Türmen Torre del Gardello am einen Ende und dem Torre di Lamberti am anderen Ende überragt werden. 

Es könnte kaum mehr italienisches Flair sein. Wir liefen, wie alle anderen Besucher auch, erst einmal sehr orientierungslos von einem Ende der Piazza zum anderen Ende und machten natürlich auch unzählige Fotos. Nach kurzer Zeit wurde es uns aber auf dem offenen Platz bei voller Mittagssonne dann doch zu heiß und wir suchten schattige Bereiche auf. Wir spazierten durch den Palazzo della Radione mit seiner kleineren Piazza Mercato Vecchio. 


Wir bestaunten die Umgebung und überlegten uns wo und wie wir zu der eigentlichen Attraktion von Verona gelangten.

Als ich bei Jasmin mit meiner Idee vom Gardasee um die Ecke kam , war sie anfänglich noch nicht so überzeugt davon. Doch nur wenige Tage später war sie Feuer und Flamme und ergänzte meine Idee mit Ihrem Vorschlag doch einen kleinen Schlenker nach Verona zu machen. Von Verona hatte ich gehört, auch das es sehr schön sein sollte, aber es war für mich auch nur eine von vielen Italienischen Ortschaften und irgend einen Bezug zu Verona hatte ich auch nicht. Ich fand die Idee vom kleinen Abstecher nach Verona trotzdem sehr reizvoll. Für Jasmin hatte Verona jedoch einen ganz besonderen Reiz und war Sehnsuchtsort zugleich. Ich hätte es eigentlich ahnen müssen, das Jasmin Verona mit etwas bestimmten verbindet. Jasmin ist geschichtlich sehr bewandert. Jedoch nicht mit genauen Jahreszahlen bei den großen geschichtlichen Verwerfungen oder kriegerischen Auseinandersetzungen. Jasmin liebt die Menschen, ihre Geschichten, ihre Schicksale und ihre Verflechtungen mit und hinter der „großen“ Geschichte. 

Romeo & Juliette

… Sehnsucht, Liebe, Drama, Tod und der berühmte Balkon. 

Und deswegen waren wir natürlich auch in Verona. Wo war er nun, der weltberühmte Balkon auf dem Juliette einst stand und von Romeo angeschmachtet wurde. Keine 5 Minuten von uns entfernt in der Via Cappello 23, verriet eine lange Schlange seinen etwas versteckten Standort in einem Hinterhof. Wir stellten uns mit in die Warteschlange ohne zu wissen wie lange es eigentlich dauert. Überraschender Weise ging es relativ zügig. Es wurde immer eine kleinere Gruppe Wartender in den Innenhof gelassen. Der Besuch des Innenhofs war kostenlos. Wollte man aber ein mal auf dem berühmten Balkon stehen und sich wie Juliette fühlen und von unten von einer Vielzahl von Besucher begafft werden, durfte man 12 Euro bezahlen. Dies beinhaltet jedoch nicht nur das Betreten des Balkons sondern auch den Besuch des Hausmuseums. Als wir dann in den Innenhof gelassen wurden, hätten wir uns ein zweites Mal anstellen müssen um ein Selfi mit der Juliette-Statue machen zu können. Die Juliette-Statue steht etwas rechts im hinteren Bereich des Innenhofs und davon rechts oberhalb befindet sich der berühmte Balkon.

Tipp

Vom Innenhof aus gibt es einen Eingang zu einem benachbarten Bekleidungsgeschäft. Wenn man den Innenhof mit der Juliette-Statue durch dieses Geschäft verlässt, befindet sich auf der rechten Seite eine Treppe, worüber man in die obere Etage gelangt. Dies gehört alles zur Verkaufsfläche des Bekleidungsgeschäfts. Durch die offenen Fenstern der oberen Etage aus hat man dann einen sehr guten geraden und unverstellten Blick auf den berühmten Balkon. Kostenlos und Alleine.

Möchte man ein Foto von sich und der Statue machen, muss man etwas Geduld mitbringen. Die meisten machen von sich und der Statue gleich mal eine ganze Serie von Fotos in unzähligen unterschiedlichen Posen, danach das Gleiche noch mit Hund und dann noch mal ohne Hund, aber dafür mit Mama und Papa, dann kommt die  Mädchencliquen die jedes Foto auf Instramfähigkeit prüft und dann doch lieber noch 10 Fotos als Reserve macht, bis die Haare und die Lippen richtig zur Geltung kommen und danach kommt noch das Pärchen, das in unterschiedlichen Positionen miteinander posiert. Doch die Juliette-Statue steht geduldig und schon golden poliert durch die unzähligen Besucherhände dort im Innenhof und lässt alles über sich ergehen. Wir begnügten uns mit Ein Zwei Fotos von der Statue und dem Balkon. Selbst dies war schon eine kleine Herausforderung, da eigentlich immer irgendjemand an der Statue hing.

Wir verabschiedeten uns von Romeo & Juliette und machten Platz für die nächsten wartenden Besucher.

Arena di Verona

Es war heiß und uns kamen immer wieder Menschen mit großen Eiswaffeln in der Hand entgegen. Wir brauchten auch eine Abkühlung. Auf dem Weg zur Arena di Verona suchten wir uns eine Eisdiele und genehmigten uns auch eine große Waffel mit leckerem italienischem Eis. Es gab gefühlt an jeder Ecke eine Eisdiele und zwischen zwei Ecken gleich noch eine Eisdiele. Egal wo man sich letztendlich seine Abkühlung bestellt, es ist leckere italienische Eiscreme. Mit einem großen Eis in der Hand kamen wir auf die Piazza Bra vor der Arena di Verona.

Wir setzten uns in den Schatten unter einen Baum, aßen unser Eis und schauten dem Treiben vor der Arena zu. Die Arena di Verona ist ein römisches Amphitheater ähnlich dem Kolosseum in Rom nur eben in klein und gut erhalten. Unser Eis hatten wir verputzt und uns ein wenig ausgeruht. Wir saßen nun vor einem kleinem Kolosseum und überlegten hin und her ob wir es uns noch von innen anschauen sollten. Die Zeit saß uns einwenig im Nacken und der Preis von 12€ pro Person schien uns auch recht unangemessen.

Natürlich haben wir den Eintritt bezahlt und haben uns die Arena auch von innen angeschaut. Die Arena di Verona wird noch heute für Aufführungen genutzt. Somit ist viel verloren vom Charme aus der alten römischen Zeit, da viele neuzeitliche Einbauten vorgenommen wurden, überall Kabel verlegt sind, Wände verputzt wurden, Metallgeländer montiert sind und im Innenraum moderne Stuhlreihen und eine Theaterbühne aufgebaut sind. Nichtsdestotrotz bekommt man einen sehr guten Eindruck  von der ehemaligen Wirkung der Arena wenn man von der obersten Sitzreihe aus über das Amphitheater und die Altstadt von Verona schaut. Nach einer guten halben Stunde verließen wir wieder die Arena di Verona.

Ponte Pietra

Ich wollte noch zur berühmten Ponte Pietra. Nach kurzer Orientierung ging es für uns wieder in Richtung Altstadt wo wir hergekommen waren und dann weiter bis zum Flussufer des Adige. Wir liefen dann gute 20 Minuten an der Uferpromenade entlang bis dann die Ponte Pietra sich vor uns über den Fluss spannte. Die römische Bogenbrücke wurde um 100 v. Chr. erbaut. Sie wurde über die Zeit mehrere Male durch Hochwasser und Kriege zerstört und wie auch der hohe Wachturm  immer wieder aufgebaut. Dies erklärt auch die verschiedenen Baumaterialien aus denen die Brücke besteht.

Wir überquerten die Ponte Pietra zur anderen Flussseite und gingen bis runter zum Flussufer. Auf dieser Seite des Flusses kann man bis an Wasser runter gehen , was wir auch gleich für eine Abkühlung nutzen. Die Sonne war gnadenlos, da war das eiskalte Flusswasser genau das Richtige für unsere überhitzten Kreisläufe. Leider hielt die Abkühlung bei dieser Hitze nicht lange an. Für uns wurde es auch langsam Zeit an die Heimreise zu denken. Wir blieben auf dieser Seite des Flusses, da es auf dieser Seite  erheblich ruhiger zu ging und wir uns nicht noch mal durch die vollen Gassen der Altstadt drängen wollten. Auch hatte man von hier einen traumhaften Blick auf Verona, auf die Ponte Pietra und das Castel San Pietro, das mit seinen hohen spitz zulaufenden Zypressen auf einer Anhöhe über Verona thront. 

Wir folgten dem Fluss zurück bis zur Ponte Scaligero und dem Castelvecchio. Ab hier verließen wir die wunderschöne Altstadt von Verona. 

Es war Sonntag später Nachmittag und somit waren wir nicht die Einzigen die die Heimreise antraten, auch wenn nicht alle zwangsläufig bis nach Deutschland zurück mussten. Auf der A22 kamen wir ohne weitere Verzögerungen über Bozen, dem Brenner nach Innsbruck, weiter über Garmisch-Partenkirchen nach gut 5 Stunden Fahrzeit um 22 Uhr zu Hause an.

Für uns ging es dann gleich in die Federn und am nächsten Morgen standen wir beide wieder pünktlich um 6 Uhr in der Arbeit.

Nachtrag zum Q8-Tankgutscheinbon:

In Richtung Heimat auf der A22 sind wir noch an einer großen Q8-Tankstelle mit Personal vorbeigekommen. Wir wollten natürlich gleich die Gelegenheit nutzen und den Gutschein einlösen. Vor dem tanken wollten wir es aber erstmal abklären, wie das mit dem Gutschein funktioniert. Wir konnten kein Italienisch und der nette Herr hinter der Kasse kein deutsch und auch kein Englisch. Also erklärte er uns mit Händen und Füßen, das er diesen Gutschein nicht annehmen kann, sondern es wohl nur an dieser besagten Tankstelle ginge. Der Frust vom Vortag war sofort wieder da. Ohne eine wirkliche Lösung für unser Problem fuhren wir nach Hause. Der Alltag hatte uns wieder und der Gutscheinbon lag erstmal paar Tage unbeachtet auf dem Schreibtisch. Schließlich setzte ich mich ans iPad und recherchierte, wie das mit diesen Gutscheinbons funktioniert. Auf der Homepage von Q8 wurde ich auch soweit fündig. Da kam man sich tatsächlich solche Gutscheinbons gutschreiben bzw. Rückerstatten lassen. Und jetzt kam aber der große Hacken an der Sache, dies Funktioniert nur mit Gutscheinbon von Q8 betriebene Tankstellen. Wir hatten aber bei einem Franchisenehmer getankt der nur dem Namen nach eine Q8-Tankstelle war. Es war also ein privater Tankstellenpächter und somit mussten wir den Gutscheinbon über Ihn privat abwickeln.
Auf dem Gutscheinbon stand jetzt nur eine private Handynummer, worüber wir uns mit dem Pächter in Verbindung setzten sollten. Da wir auf Grund der Sprachbarriere zu keinem Ergebnis kamen, blieb uns noch die Möglichkeit über Bekannte in Südtirol die Angelegenheit zu einem Guten zu wenden. Wir ließen unseren Bekannten in Südtirol den Gutscheinbon zukommen mit der Bitte sich mit dem Pächter in Verbindung zu setzen. Das Ergebnis war, das wir 3 Monate Zeit hätten den Gutscheinbon wieder an der selben Tankstelle einzulösen. Drei Monate war jetzt keine lange Zeit, aber der Gardasee auch jetzt nicht unerreichbar. Aber es gab für uns erstmal keinen Grund nochmal zum gardasee zufahren und nur um zu Tanken schon mal überhaupt nicht. Und unser Roadtrip nach England stand auch unmittelbar vor der Tür. Uns fehlte also schlichtweg die Zeit.  Somit waren wir gezwungen den Gutscheinbon verfallen zu lassen und die 50€ abzuschreiben. 

Nochmal wird uns das sicherlich nicht passieren.