Es ist der 28. Juni 2024. Es ist Freitag und wir haben es 04:00 Uhr in der Früh. Seit 4 Stunden bin jetzt 46 Jahre alt. Und Nein … ich bin nicht groß am feiern, sondern ich liege im Bett und schlafe tief und fest. Plötzlich werde ich aus dem Schlaf gerissen. Jemand spricht mit mir und rüttelt leicht an mir, damit ich wach werde. Jasmin sitzt angezogen neben mir auf meinem Bett.

Rückblick: 

Schon vor Wochen hatte Jasmin mich gebeten, am 28. Juni und am 29. Juni frei oder Urlaub zu nehmen. Sie hat zu meinem Geburtstag etwas geplant und wir bräuchten dafür ein verlängertes Wochenende. Ich vermutete das wir einen kleinen Ausflug machen würden, aber eine wirkliche Idee oder einen Verdacht wohin es gehen könnte hatte ich nicht. Am Vortag fragte ich noch, ob ich etwas packen solle oder etwas vorbereiten muss, aber ich wurde nur mit dem Hinweis stehengelassen, doch bitte früh ins Bett zu gehen. Ich bekam zusätzlich nur die Anweisung mir den Wecker auf 05:00 Uhr am Morgen zu stellen. Mit diesen spärlichen Informationen machte ich also am Vorabend um  22:00 Uhr auf ins Bett. Trotz leichter Aufregung und freudiger Erwartung auf den nächsten Morgen schlief ich gut und schnell ein. 

Ich reibe mir den Schlaf aus den Augen und schaue auf die Uhr – es ist 04:00 Uhr mitten in der Nacht – ich schaue Jasmin fragend an und bekomme gerade so mit tiefer kratzender Stimme ein „Guten Morgen“ heraus. Jasmin lächelt mich an und gratuliert mir liebevoll zum Geburtstag. Noch im gleichen Atemzug wurde ich von ihr aus dem Bett zitiert, da unsere Zeit wohl knapp sei. Ich wusste aber immer noch nicht wo es hin gehen sollte. Somit schälte ich mich aus dem Bett, machte mich frisch und zog mir etwas über. Jasmin machte mir erstmal einen Kaffee zum wachwerden. Nur wenige Minuten nach meinem Weckruf saß ich mit einem Pott Kaffee in der Hand im Wohnzimmer am Tisch, Jasmin breit lächelt mir gegenüber, als sie mir dann mein Geburtstagsgeschenk in einem Briefumschlag überreichte. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, da ich mit meinen nun 46 Jahren noch nie geflogen bin und somit hielt ich also auch noch nie echte Flugtickets in den Händen. Ich brauchte also paar Minuten bis ich verstand, was ich da in den Händen hielt. Als ich dann so langsam begriff das es echte Flugtickets waren, war ich nur noch sprachlos. Und als ich dann noch endlich verstand das es nach Kreta ging, stieg meine Aufregung sprunghaft in die Höhe. Ich wusste erst mal garnicht so richtig wo hin mit mir vor Aufregung. Nun musste ich ja aber noch Packen. Wir sollten gegen 6 Uhr am Münchner Flughafen sein. Es war jetzt schon 04:30 Uhr und wir brauchten etwa 1 Stunde bis zum Flughafen. Ab jetzt war ich im Stress. Aber mal so richtig. Ich rannte fast kopflos und etwas orientierungslos durchs Haus und versuchte innerhalb kürzester Zeit meine sieben Sachen zusammenzusuchen, alles in einen Koffer zu stopfen und dabei nichts zu vergessen. Ich konnte es nicht fassen, wir flogen nach Kreta. Ich würde in wenigen Stunden in einem Flugzeug sitzen und das europäische Festland verlassen. Ich konnte manchmal kaum Atmen vor Aufregung. Das war so cool. Ich würde fliegen und dann noch nach Kreta. Also mal so richtig weit weg. Zumindest jetzt mal so auf meine bisherigen Reiseerfahrungen bezogen. Bis jetzt war das weiteste mal so Apulien in Italien und das halt mit dem Auto. Und jetzt würde ich fliegen …. nach Kreta. 

Abflug München

Kurz nach 05:00 Uhr saßen wir im Auto auf dem Weg nach München zum Flughafen. 

Wer München kennt, der weiß das es in dieser Stadt so paar neuralgische Punkt gibt an denen man am Morgen bis zu einer bestimmten Zeit mit dem Auto vorbei sein sollte, um nicht von einer Minute auf die Andere plötzlich im Stau mit unzähligen Berufspendlern zu stehen. Um zum Flughafen zu gelangen, mussten wir nun an mehreren solcher neuralgischen Punkte vorbei. Ohne größere Verzögerungen kamen wir sehr gut an München vorbei. Doch meistens liegt es nicht an den Anderen sondern an einem Selbst das man in Verzug oder Stress gerät. Und so stieg noch mal unsere, also eher meine Anspannung, als ich abgelenkt durch unser anregendes Gespräch unsere Anfahrt verpasste. Na gut … dann halt die nächste Ausfahrt runter, wenden und wieder ein Stück zurück zur richtigen Abfahrt, war mein Gedanke. So einfach ist das aber nicht, wenn du im Stress bist und du in Deutschland lebst. Sobald du im Stress bist, werden kurzfristig überall Baustellen mit sehr weiten, aber landschaftlich schönen Umfahrungen installiert, oder mehre Baustellen werden so perfekt kombiniert, das man von der einen Baustellenumfahrung in die nächste Baustelle geleitet wird, worauf hin du durch deren Umfahrung an Orte gelangst, die auf keiner Landkarte zu finden sind. Meistens hat man dort dann plötzlich auch kein Handynetz mehr und der Handyakku zeigt dann überraschender Weise auch plötzlich nur noch 10% an, obwohl du der festen Meinung bist das bevor du deine Abfahrt verpasst hast der Akku noch bei 100% war,  wodurch du das Gefühl bekommst,  du sollst dir keine Hilfe holen können um diesen verlassenen Ort zu entfliehen. Nach einer gefühlten Ewigkeit und einer Odyssee durch und um Oberding herum, kamen wir 10 Minuten später als geplant am Parkhaus an.

Die Urlaubsstimmung war wieder da. 
Mit dem Shuttle-Bus ging es dann weiter zum Flughafenterminal. Für mich war das alles Neuland und unheimlich aufregend. Auf dem Hinflug flogen wir mit Marabu von Condor. Unsere Schlussfolgerung daraus war, das wir zum Check-In zu Condor mussten. Nach kurzer Orientierung an den Hinweistafel machten wir uns auf den langen Fußweg durch das Terminal 1 von Bereich A zu Bereich D. Nach gut 15 Minuten quer durch das Flughafenterminal kamen wir beim Condor Check-In an, um dann höflich darauf aufmerksam gemacht zu werden, das der Check-In für Marabu im Terminalbereich A zu finden ist. Also zurück zum Anfang. Nach dem Check-In und der Kofferabgabe waren wir im Sicherheitsbereich mit Shoppingmeile angekommen. Jetzt hatten wir noch Zeit zum Durchatmen. Wir schlenderten etwas durch die Shops und ich besorgte mir noch einen überteuerten Deoroller, da die Anreise mir doch einige Schweißausbrüche beschert hatte und ich durch meinen geringen Erfahrungsstand in Bezug aufs Fliegen alles im Koffer und gefühlt nur das Unwichtigste im Handgepäck bei mir hatte. 

08:05 Uhr … das Boarding hatte begonnen. 

Jeder hat seinen zugewiesenen Sitzplatz im Flugzeug, aber beim Boarding wurde trotzdem gedrängelt, als müsse man sich seinen Sitzplatz mit Waffengewalt erkämpfen. Nach nur  wenigen Minuten hatten es dann doch alle Fluggäste ohne Waffengewalt auf ihre zugewiesenen Sitzplätze geschafft, man verstaute teilweise noch das Handgepäck in den Gepäck-Fächern und dann konnte es losgehen. Ich war aufgeregt. ich fragte mich, ob ich das Fliegen überhaupt vertragen würde. Jasmin hat mit dem Fliegen und auch bei längeren Reisen mit dem Auto so ihre Schwierigkeiten, dafür nimmt sie aber immer vorsorglich ihre Reisetabletten. Diese soll man etwa 
30 Minuten vor Reisebeginn nehmen. Ich hatte mir aber bis jetzt darüber keine Gedanken gemacht und nun saß ich im Flugzeug nur wenige Minuten vor dem Abflug. Ich schaute kurz nach, doch Kotztüten gab es bei Marabu nicht. Also musste es auch so gehen.


So langsam konnte es für mich losgehen. Jasmin saß am Fenster, weil es ihr da besser ging und ich am Gang. Es war nur ein kleineres Flugzeug mit zwei Doppelsitzreihen. Wir saßen relativ weit vorne, so konnte ich alles beobachten. Alles war für mich ein Highlight. Ich kannte es ja alles maximal aus Filmen. Es war ein seltsames Gefühl das jetzt alles mit eigenen Augen zu sehen, wie die Stewardessen alles für den Abflug vorbereiteten, die Flugzeugtür verriegelten und uns die Sicherheitsvorkehrungen erklärten. Und dann setzte sich das Flugzeug plötzlich in Bewegung. Mein Puls stieg schlagartig an. Ich zügte mein Handy, ich musste das für die Nachwelt aufnehmen, wie ich meinen ersten Flug absolvierte. Für die meisten ist das mit Sicherheit nichts Besonderes und ich würde damit auf den Soziales Netzwerken definitiv nicht viral gehen, aber ich bekam vor lauter Freude mein Grinsen kaum aus dem Gesicht. Es war so cool und dabei waren wir noch nicht mal abgehoben. Wir rollten langsam zu unserer Rollbahn auf unsere Startposition. 08:35 Uhr … da standen wir nun, ich war bereit oder doch nicht? In dem Moment hörte man wie die Turbinen aufheulten, das Flugzeug beschleunigte, alles fing an zu vibrieren und vor den Fenstern flog die Landschaft vorbei.


Wenige Sekunden später hoben wir ab. Im Magen machte sich ein Gribbeln breit, wie, wenn man mit dem Auto über eine größere Bodenwelle fährt oder über die Kuppe einer Achterbahn wieder nach unten rauscht. Es war aber nicht unangenehm und nach wenigen Minuten wieder weg, nach dem wir unsere gewünschte Flughöhe erreicht und das Flugzeug vom Steigflug in die Waagerechte übergegangen war.  Es wurde ruhig im Flugzeug und nichts vibrierte mehr. Ich schaute aus dem Fenster und unter uns war … Land zu erkennen. Es ließ sich auf die Schnelle nicht ausmachen wo wir uns befanden. Mir war das auch völlig egal. Ich war überwältig von dem Gefühl endlich auch mal zu Fliegen. Ich hatte zwar keine Vorstellung vom Fliegen, aber ich war dann doch überrascht, wie ruhig es war. Es fühlte sich an wie eine Fahrt mit dem ICE. Wer jetzt noch nie mit dem ICE gefahren ist und jetzt nicht weiss wie sich Das  anfühlt …. Es fühlt sich an wie Fliegen. 

Heraklion

Innen wie Außen passierte dann erstmal nichts Spektakuläres. Jeder Fluggast war mit sich beschäftigt, Jasmin und ich unterhielten uns und vor dem Fenster waren nur weiße Wolken zu sehen und darunter eine Live-Version von Apple Maps. Jasmin erklärte mir, warum wir nach Kreta flogen und nicht wie sie ursprünglich geplant hatte nach Süditalien. Die FTI-Pleite bescherte uns dieses Wochenende auf Kreta. Jasmin hatte schon vor Monaten die Reise nach Italien gebucht, als dann die Hiobsbotschaft von FTI über die Medien in Haus flatterte. Glücklicher Weise hatte sie alles über ein Reisebüro gebucht, wodurch sie zwar mit einigem Aufwand, aber doch relativ schnell umplanen konnte.  Bis auf den Aufwand den Jasmin hatte konnten wir also der FTI-Pleite nichts Negatives abgewinnen. Wir saßen im Flugzeug nach Kreta und schon spürte man in der Magengegend, das wir zum Landeanflug übergegangen waren. Der Flughafen in Heraklion war unser Ankunftsziel auf Kreta. Die Landung ist im Grunde das selbe wie der Abflug nur halt rückwärts. Und das betrifft auch die Gefühlslage im Magen. 

Der Flughafen in Heraklion unterscheidet sich immens vom Münchner Flughafen, schon alleine durch seine Größe. Schon beim Aufsetzen auf die Landebahn spürte man den Unterschied. Es fühlte sich an, als wären wir auf einem Feldweg oder einer alten Landstraße gelandet. Alles ruckelte und vibrierte und man spürte jede Unebenheit des Rollfeldes.  Nach wenigen Minuten kamen wir zum stehen und aus dem Fenster konnten wir direkt das Ägäische Meer sehen.

Es war 12:20 Uhr und wir waren auf Kreta gelandet. Sobald wir die Parkposition erreicht hatten sprangen alle aus Ihren Sitzen, suchten ihre Koffer und Taschen zusammen und drängten zum Ausgang. Bei strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel und heißen 30 Grad stiegen wir aus dem Flugzeug. Es war alles etwas kleiner und alles wesentlich einfacher. Nach nur wenigen Schritten übers Rollfeld gelangte man in die Ankunftshalle. Es war ein schon in die Jahre gekommener Zweckbau. In der Mitte der Halle stand das Kofferband. Sämtliche Fluggäste auch aus anderen Flugzeugen, drängten sich um das Kofferband, damit sie schnell ihre Koffer in Empfang nehmen und schnell aus der klimatisierten Halle in den Urlaub flüchten konnten. Nach wenigen Minuten hatten auch wir unsere Koffer. 

Wir verließen die Ankunftshalle raus ins Freie. Vor der Halle erstreckte sich ein riesiger Platz mit unzähligen Reise- und Shuttle-Bussen. Vor den Bussen standen in einer langen Reihe unzählige kleine Buden und über den kleinen Buden standen auf großen Schildern die unterschiedlichen Reiseanbieter oder Hotel. Wir tasteten uns an eine Bude mit einem ITS-Schriftzug heran. Die Dame in der Bude glich unsere Buchungsnummer mit ihrer Liste aus Papier ab und teilte uns dann unserem Bus zu. Es war alles ein großes lautes Gewusel, sehr dreckig und auch nicht wirklich schön. Es störte uns aber nicht. Es war anders … eine andere Kultur. Es war so weit weg von unserer deutschen Spießigkeit wie es nur ging. Wir waren im Urlaub.

Jetzt waren wir aber erstmal auf Kreta und saßen in unserem klimatisiertem Shuttle-Bus zum Hotel. Vom Flughafen Heraklion bis zu unserem Hotel im kleinen Küstenort Sisi waren es nur gut 30 Minuten. Sisi (griechisch: Σίσι) oder Sissi ist ein kleiner griechischer Ferienort in der städtischen Einheit Vrachasi, Agios Nikolaos, Lasithi, Kreta. Es liegt an der Nordküste etwa  35 km östlich von Heraklion. 

Der Bus füllte sich langsam mit weiteren Reisenden und gegen 13 Uhr setzte er sich endlich in Bewegung. Wir fuhren durch den hektischen Verkehr von Heraklion und entfernten uns dabei immer mehr vom Meer. Irgendwann landeten wir auf einer breiten Schnellstraße die uns aus der Stadt Heraklion herausführte. Die Umgebung wurde sehr schnell ländlich und karg. Die ganze Vegetation wirkte sehr trocken und sehr verwildert. Auch die kleinen Dörfer wirkten wild in die Landschaft gebaut. Alles war sehr verwohnt oder auch schon verlassen, Gärten waren verwildert und die Zäune kaputt. Mitten drin stand dann immer mal wieder eine neuerichtete Häuserzeile mit saftigem grünen Rasen und Pool im Vorgarten. Überall in den Gebirgshängen und auf den freien Feldern standen vereinzelt Bauruinen herum. Es waren Wohnhäuser und Geschäftsgebäude welche bis zum Betonskelett errichtet und dann dem Verfall durch Wind und Wetter preisgegeben wurden. Manchmal stand direkt gleich daneben ein fertiges neues Haus. Überall lag noch Baumaterial herum. Es war jetzt nicht gerade so wie ich mir Kreta vorgestellt hatte. Aber bei uns in Deutschland ist ja auch nicht jedes Dorf und jeder Kreisverkehr eine touristische Sehenswürdigkeit. Zwischen drin sah man dann immer wieder Palmen und man erhaschte einen schönen Blick raus aufs Meer. So fuhren wir nun durch die Landschaft und die kleinen kretischen Dörfer. Ab und An hielt der Bus an, um Reisende an ihren jeweiligen Hotels oder Unterkünften aussteigen zu lassen. Wir waren guter Dinge das wir auch bald unser Ziel erreichen sollten. Nach gut einer Stunde Fahrzeit wurden wir langsam unruhig, da wir gefühlt nicht vorankamen. Immer wieder fuhr der Bus größere Umwege zu anderen Hotels um Reisende aussteigen zulassen, manchmal fuhr er sogar einige Kilometer wieder in Richtung Heraklion zurück. Eine sinnvolle Routenführung erschloss sich uns nicht, da wir manchmal nur wenige Minuten von unserem Hotel entfernt waren und dann doch wieder in eine andere Richtung abbogen. Schlußendlich wurden wir zwei Stunden durch die Landschaft kutschiert und waren dann die letzten Reisenden die an ihrem Hotel abgesetzt wurden. Wir waren etwas genervt, da man uns so 1,5 Stunden von unserer Uhr genommen hatte.

Sisi

Nach kurzem Einchecken und kleiner Erkundungstour übers Hotelgelände fanden wir uns in unserem kleinen, aber feinen Zimmer wieder. Wir hatten zwar kein Meerblick, aber das Zimmer hatte alles was wir brauchten, ein Bad, ein Bett und eine kleine Veranda um Abends noch etwas draußen sitzen zu können. Wir konnte das Rauschen des Meeres hören, was uns für die Nacht zum Einschlafen völlig genügte. Wir stellten unsere Sachen ab, zogen uns sommerlich leichte Bekleidung über und liefen erstmal runter ans Meer.

Es war traumhaft. 

Am felsigen Strand brachen sich die hohen Wellen und das Wasser spritzte hoch hinauf um danach in schaumiger Gischt über die Felsen zurück ins Meer zu fließen. Der Wind wehte kräftig vom Meer rüber, so bekam man eine leichte Abkühlung bei diesen hohen Temperaturen. Vor gut 12 Stunden lag ich noch schlafend im Bett und wir waren im dunklen Deutschland. Nun standen wir bei traumhaften Wetter bei angenehmen 30 Grad am Meer auf Kreta.

Wir liefen ein Stück die Strandpromenade entlang. Sie wurde künstlich angelegt, Palmen waren als Allee gepflanzt und gehörte mit zur Hotelanlage. Unter den Palmen konnte man ein wenig Schatten finden vor der starken Sonne. Wir liefen noch ein wenig weiter die Promenade entlang bis sie dann in einem schmalen Sandweg endete. Das Meer rauschte und wir wollten jetzt mal langsam ans Wasser. Wir kletterten über die Promenadenmauer runter auf den felsigen Strand. Es war stellenweise sehr rutschig durch den feuchten Algenbewuchs und sehr erschwerlich um über die teils recht großen Felsbrocken ans Wasser zu kommen. Jasmin setzte sich auf einen Felsenbrocken nah am Wasser und genoß einfach das Meeresrauschen und den weiten Blick übers Meer. Ich kletterte mit meiner Kamera weiter über Stock und Stein, immer auf der Suche nach dem besten Fotomotiv. Nach den ersten überwältigenden Eindrücken machten wir uns langsam auf wieder zurück in Richtung Hotel. In der anderen Richtung entdeckten wir dann eine kleine Meeresbucht die durch eine kleine vorgelagerte aus Felsgestein künstlich angelegte Landzuge vor dem starken Wellengang des Meeres geschützt wurde. Direkt in der Bucht lag das kleine Fischerdorf Sissi.

Es war noch recht ürsprünglich gehalten, aber doch überwiegend auf den Tourismus ausgerichtet. In der Bucht war ein kleiner Sandstrand über den man sehr leicht und ohne Klettertouren ans und vorallem endlich ins Wasser kam. Hier suchten hauptsächlich die Einwohner von Sissi ihre Abkühlung. Touristen waren hier kaum, die schwammen scheinbar lieber in den hoteleigenen Pools herum. Das kam für uns überhaupt nicht in Frage.

Also zurück ins Hotelzimmer, Badeklamotten an, Handtuch geschnappt und ab an den Strand. Es brauchte ein wenig Überwindung bis war dann nacheinigen Minuten im kühlen Meer umherschwommen. Es war Meerwasser, was uns eigentlich bewusste war, wir aber doch wieder überrascht waren vom sehr hohen Salzgehalt. Geschmacklich erinnerte es an kaltes Nudelwasser. Nach einigen unüberlegten Schlucken Salzwasser, fühlten wir uns Nudel … ähm Pudelwohl im kühlen Nass ganze 2000 km von zu Hause entfernt. Wir waren nun schon über 16 Stunden auf den Beinen, als sich so langsam der „kleine“ Hunger meldete.

Jasmin hatte Halbpension gebucht. Wir mussten als nicht selbst auf die Jagt nach Nahrung gehen, sondern konnten frisch gebadet und leicht gesalzen im Hotel über das heiße Buffett herfallen. Wir waren natürlich nicht die einzigen Gäste im Hotel und somit hatte das Abendessen doch leicht etwas von einer Jagt. Das Essen war landestypisch. Es gab viel frischen Fisch, mit viel frischem Gemüse, alles mit viel Olivenöl angerichtet und dazu immer frischer Feta. Der Feta war außergewöhnlich gut. Natürlich schmeckt es im Urlaub gefühlt immer irgendwie anders und besser. Aber dieser Feta war frisch, leicht bröckelig und irgendwie saftig. Saftig aber nicht im Sinne von süß saftig, sondern nicht so trocken. Klar, der Feta kommt von Hier … die Griechen wissen halt wie es richtig geht. Er war einfach Weltklasse. Das Einzige was uns etwas irritierte, war die Tatsache, das wir unsere Getränke noch zusätzlich selbst zahlen mussten. Gut gestärkt zog es uns nach dem Abendessen noch mal ans Meer.

Es wurde jetzt schnell angenehm kühler und wir zogen uns langsam vom Strand zurück. Überall gingen die Lichter an. Wir liefen langsam in den kleinen Ort hinein um einen Markt zu finden, da wir uns noch paar Getränke besorgen wollten. Wir fanden auch recht schnell ein Geschäft in dem es einfach mal alles gab was man benötigte, und auch alles was man nicht benötigte. Sehr auffällig war, das es viele Dinge in Penisform zu kaufen gab. Flaschenöffner zum Beispiel, gab es in unzähligen Größen und natürlich meistens in Form eines Penis. Wir würden uns jetzt nicht gerade als prüde bezeichnen, aber das war für uns anfangs dann doch etwas gewöhnungsbedürftig. Vollgepackt mit einigen Packungen Wasser, einigen Getränkedosen aus transparenten Kunststoff mit zuckersüßen Wasser mit verschiedensten Fruchtgeschmacksrichtungen und zwei Flaschen Bier, aber ohne Penis-Flaschenöffner spazierten wir zurück in unser Hotel. 


Es war Zeit die Füße hochzulegen und den Tag ruhig auf der Veranda ausklingen zu lassen. Wir hörten das Meer rauschen und in den Palmen vor unserer Veranda zirpten Grillen, was genau genommen Zikaden waren. Aber das erfuhren wir erst, nachdem wir Wikipedia nach seiner Meinung gefragt hatten. Somit lauschten wir den Zikaden und dem Meer und genossen unser kühles Bier. 

Schließlich hatte ich ja Geburtstag. 


Wir mussten uns jetzt noch einen Plan für den nächsten Tag machen. Unsere Zeit war begrenzt, trotzdem wollten wir so viel wie möglich von Kreta sehen. Jasmin hatte ein Mietwagen für den nächsten Tag gebucht, was das erkunden der Insel stark erleichterte. Jetzt mussten wir uns nur noch zwischen den vielen Sehenswürdigkeiten entscheiden. Alle würden wir nicht schaffen und die ganze Zeit im Auto wollten wir auch nicht sitzen, da einige Sehenswürdigkeiten dann doch mehrere Stunden von unserem Hotel entfernt waren. Wir durchforsteten das Internet nach Informationen, bemühten ein ums andere Mal die Navigationsapps unserer Handy bis wir dann zu später Stunde einen Fahrplan für den nächsten Tag zusammengestellt hatten.


Die Bierflaschen waren leer, die Akkus unserer Handys auch und wir waren nur noch müde. Mit vielen neuen und schönen Eindrücken von diesem ersten Tag waren wir bereit für unsere erste Nacht auf Kreta. 

Καληνύχτα – Gute Nacht.

Der nächste Morgen

Mit der gleichen Geräuschkulisse wie wir eingeschlafen waren, erwachten wir morgens um 07 Uhr. Die Zikaden zirpten und das Meer rauschte. Ab 7:30 Uhr gab es im Hotel Frühstück und unser Mietwagen würde uns ab 09 Uhr bereitgestellt. Ausgeschlafen und frisch geduscht begaben wir uns zum Frühstücksbuffett. Die Auswahl war überwältigend. Es gab alles was man(n) und auch Frau sich wünscht. Natürlich wieder vieles sehr landestypisch, aber in vielen Dingen sind die Vorlieben was es zum Frühstück gibt doch in den meisten europäischen Ländern sehr ähnlich. Bis auf Irland, aber das ist eine andere Geschichte. Ich musste mir natürlich wieder denn weltbesten Feta geben. Es gab auch vieles  frisch zubereitet, wie Rührei, Spiegelei, frischen angebratenen Speck oder auch Panecakes und Pfannkuchen. Zwischendurch haben wir noch schnell unseren Mietwagen in Empfang genommen. Frisch gestärkt und mit Auto ausgestattet konnten wir unsere Erkundungstour durch Kreta beginnen.


Mit unserem kleinen weißen Citröen C1 fuhren wir nun wieder zurück nach Heraklion, da oberhalb von Heraklion der Ort Knossos lag.

Knossos war ein antiker Ort im mittleren Teil der Nordküste von Kreta, etwa fünf Kilometer südlich von Heraklion. Bekannt ist er vor allem durch den Palast von Knossos, der neben den Palästen von Malia, Phaistos und Kato Zakros der größte minoische Palast auf Kreta ist. Knossos blieb auch nach Zerstörung des Palastes bis in die byzantinische Zeit besiedelt.

Und genau diesen königlichen Palast wollen wir uns anschauen oder zumindest das was von ihm noch zu sehen ist.

Gut 40 Minuten waren es bis zum Palast. Die meisten Straßen in Kreta sind recht schmal und sehr kurvenreich. Oft wird man von entgegenkommen Fahrzeugen überrascht. 
Dann bekommt man immer kurzzeitig erhöhten Pulsschlag, weil man immer irgendwie auf den Knall wartete,  weil man es doch nicht unbeschadet aneinander vorbei geschafft hat. Doch es passte dann doch immer. Nur wenn einen diese zeitstehlenden Shuttle-Busse entgegenkamen musste man schauen, das man so schnell wie möglich und soweit wie möglich rechts an den Straßenrand kam damit man seinen Außenspiegel behielt.

Wir fuhren einige Minuten durch eine sehr trockene und karge Landschaft. Links und rechts säumten mal große und mal kleinere Olivenbaumplantagen die Straße. Es war kaum saftiges Grün zusehen, unter und zwischen den Olivenbäumen war nur trockener sandiger Boden. 
Nach einigen Minuten mit erhöhtem Puls, erreichten wir die Schnellstraße auf der uns der  Shuttle-Bus zu unserem Hotel gebracht wurden.     

Unser erster Gedanke … „Die fahren hier aber komisch die Griechen!“


Nun fuhren Wir doch auf einer sehr breiten zweispurigen Landstraße mit auf beiden Seiten sehr breiten Standstreifen. Bei uns in Deutschland haben  diese Standstreifen den Zweck sicher halten zu können, falls man eine Panne hat. Hier in Kreta kann man diese Streifen wohl auch für andere Zwecke nutzen. Jedenfalls fuhren viele vor uns fahrende Autos ohne ersichtlichen Grund teilweise sehr weit rechts auf dem Standstreifen. 
Wir konnten uns daraus keinen Reim machen. 
Die Schnellstraße war nicht besonders stark befahren und über weite Strecken mit Geschwindigkeitskontrollen, also einzelnen Standblitzern und Streckenblitzern versehen. Glücklicherweise wurde man auf die Blitzer-Anlagen immer frühzeitig durch Schilder hingewiesen. Für uns war jedoch auf den ersten Kilometer nicht so richtig ersichtlich welche Geschwindigkeit erlaubt war, weshalb wir uns erstmal nach den vor uns sehr rechts auf den Standstreifen fahrenden Einheimischen richteten, wodurch die Blitzer erstmal keine Gefahr für uns darstellten.


Wir kamen voran, zwar langsam aber wir kamen voran. So konnten wir ganz in Ruhe die Landschaft genießen. Weite Strecken fuhren wir im Landesinnern durch typische karge und trockne Gebiete. Das Meer war in der Ferne nur zu erahnen. Anders der Shuttle-Bus vom Vortag, der die Schnellstraße vermied und versucht war jede kleine Ortschaft und jede noch so schmale Straße zu befahren. An vielen Stellen hatte der Busfahrer jedoch unseren vollsten Respekt, wenn er sich durch die schmalen Gassen schlängelte, wo wir schon mit unserem Auto unsere Schwierigkeiten gehabt hätten. 

Bei Stavromeno näherten wir uns wieder dem Meer und man konnte wieder einen traumhaften Blick in die Weite genießen. Heraklion lag vor uns. Der Verkehr wurde dichter und unübersichtlicher. Jetzt nur noch die richtige Abfahrt nehmen, dann noch 
5 Kilometer gerade aus durch Heraklion hindurch raus bis nach Knossos.


Nun sind in Kreta die Ausfahrspuren nicht wie in Deutschland kilometerweit im Voraus ausgeschildert damit man sich seelisch und moralisch auf das Verlassen der Autobahn vorbereiten konnte, sondern die Abfahrt kommt abrupt und direkt nach dem Hinweisschild. Da kann man(n) sich keine Träumerei über die exotisch schöne Landschaft erlauben, wenn man die richtige Abfahrt nehmen möchte. Nun war Heraklion schon etwas exotisch für uns, aber nicht unbedingt eine Schönheit. 


Verpasst habe ich unsere Abfahrt trotzdem. 


Und wieder hatte ich den gleichen Gedanken, wie schon am Tag zuvor in München … die nächste Abfahrt nehmen, die gegenüberliegende Auffahrt wieder rauf auf die Schnellstraße und dann einfach wieder zurück bis zur richtigen Auffahrt … und wieder wurde ich eines besseren belehrt. Warum einfach wenn es auch kompliziert geht. Erstmal kam gar keine Abfahrt mehr. Wir verließen Heraklion auf der anderen Seite schon wieder bis nach etwa 3 Kilometer endlich eine Abfahrt kam. Auf der anderen Seite der Schnellstraße gab es aber keine Auffahrt. Somit waren wir gezwungen, uns in das Stadtgewusel zu wagen. Die Navigationsapp hatte ihre Schwierigkeit in den vielen kleinen, schmalen und manchmal sehr kurzen Straßen und Gassen den Überblick zu behalten. Häufig kam es mit der Berechnung einer neuen Route nicht hinterher. Da waren wir schon an der nächsten Abbiegung vorbei, bevor die Berechnungen abgeschlossen waren. Nach mehreren Versuchen und rechnerischen Höchstleistungen durch die Navigationsapp fanden wir nach gut 15 Minuten wieder zurück auf die Schnellstraße. Erleichterung machte sich bei uns im Mietwagen wieder breit und jetzt hieß es nur nicht wieder träumen. Diesmal nahmen wir die richtige Abfahrt und damit war Knossos nicht mehr weit. Die Straße noch Knossos versprühte ein wenig das Feeling von Miami. Die Sonne strahlte bei 35 Grad am blauen Himmel, der breite grüne Mittelstreifen war gesäumt mit Dattelpalmen, links und rechts reihte sich ein kleines Geschäft an das Nächste, typisch griechisch waren die Häuser sehr viel in Weiß gehalten und unzählige Einheimische und Touristen waren unterwegs. 

Nach wenigen Minuten hatten wir Knossos erreicht. 
Auf der linken Straßenseite breitete sich ein großer Parkplatz aus. 
Wir waren nicht die Einzigen, die sich den Palast von Knossos anschauen wollten. Der Parkplatz war voll mit einer Vielzahl an Reisebussen und unzähligen weißen Kleinwagen. An Diesen erkennt man auf Kreta die Touristen. Ich stelle mal die steile These auf … 99% der auf Kreta herumfahrenden weißen Kleinwagen gehören zu einer der vielen Autovermietungen. 
Nach kurzer Suche fanden wir einen passenden Parkplatz.

Der Palast von Knossos

Es war heiß und es war noch nicht mal um 11 Uhr. Bis zum Eingang waren es nur wenige Minuten zu Fuß. Wir reihten uns in die lange Schlange der Wartenden mit ein. Wir stand aber nicht in der prallen Sonne, sondern unter einer langen, grünbewachsenen Pergola. Es dauerte auch nicht lange, da bezahlten wir unsere 15 Euro Eintritt pro Person und schon konnten wir den Palast mit all den anderen Touristen erkunden. Direkt am Eingang hingen Hinweisschilder mit einem QR-Code. Darüber kann man sich eine kostenlose App zum Palast von Knossos herunterladen. In seiner eigenen Landessprache bekommt man dort viele zusätzliche Informationen und man muss nicht extra eine Führung buchen. Das was man in der App an Informationen bekommt, wird einem halt für viel Geld dann auch bei der Führung erzählt. Für uns war die App ausreichend und wir waren dadurch bei der Besichtigung des Palastes sehr flexibler. 

Der Palast von Knossos ist eines der kulturellen Highlights der Insel Kreta und ein lohnenswerter Tagesausflug, um die imposanten Ruinen und Überreste der Minoer zu erkunden. Die Minoer sind die erste europäische Hochkultur. Ihr Name leitet sich vom mythologischen König Minos ab. Während die griechische Insel Kreta bereits in der Jungsteinzeit besiedelt war, begannen die ersten Schritte zur Hochkultur um 3.000 v. Chr. mit dem Übergang von der Stein- zur Bronzezeit. Nach und nach entwickelten sich die Minoer zu einer Hochkultur und erlebten schließlich um 2.000 v. Chr. ihre Blütezeit. In dieser Zeit bauten sie Paläste wie den legendären und heute weltberühmten Palast von Knossos. Neben diesem Palast bauten die Minoer weitere Paläste auf Kreta, zum Beispiel in Malia, in Phaistos und in Galatas. Der größte und imposanteste unter ihnen ist jedoch der Palast von Knossos. Die Ruinen sind teilweise über 3.000 Jahre alt und vermitteln auch heute noch ein sehr gutes Bild der Minoer und der minoischen Kultur. Der Palast von Knossos gilt mit seinen 800 nachgewiesenen Räumen auf einer bebauten Fläche von 21.000 m² als der größte Palast der minoischen Kultur und zählt zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Griechenlands. Tatsächlich spricht man von bis zu 1.300 Räumen, die der Palast besessen haben soll. Er wurde zwischen 2.100 und 1.800 v. Chr. erbaut, aber erst Ende des 19. Jahrhunderts unserer Zeitrechnung wiederentdeckt. Die anschließenden umfangreichen Ausgrabungsarbeiten wurden von dem Engländer Sir Arthur Evans geleitet. Zur Freude vieler Touristen und Besucher des Palastes von Knossos hat sich Sir Arthur Evans zum Ziel gesetzt, die ausgegrabenen Ruinen so authentisch wie möglich zu rekonstruieren. Aus diesem Grund hat er Teile des Palastes, wie z.B. die Säulen oder einige Wandmalereien, neu gestrichen. Für Besucher und Touristen sind zum Beispiel die rot gestrichenen Säulen sicher schön anzusehen. Außerdem können Farben die Phantasie und die Sinne mehr anregen als unbehandelte Steinsäulen. Doch was Urlauber erfreut, ist für viele Archäologen ein Graus. Manche Archäologen sind über das Vorgehen von Sir Arthur Evans entsetzt und sogar verärgert, weil sie ihm vorwerfen, die Restaurierungen nach seinen eigenen Vorstellungen durchgeführt zu haben. Demnach würden die Restaurierungen nach seinen Vorstellungen nicht der antiken Realität entsprechen.

Klar, so schnell kommen wir jetzt nicht noch mal nach Knossos, um uns diesen besagten Raum einfach beim nächsten Mal anzuschauen. 

Und ja, wir können Euch jetzt leider auch nicht wie viele Vollzeit-Influencer von der unvorstellbaren Schönheit dieses Raumes vorschwärmen und mit einer Menge Bilder unsere dortige Anwesenheit unter Beweis stellen. 

Natürlich hätten wir uns den Raum unter einfacheren Umständen auch sehr gerne angeschaut und Euch garantiert davon hier auch erzählt. Doch uns saß die Zeit etwas im Nacken und wir möchten mit unseren Reiseberichten Euch ja auch ein wenig inspirieren und Euch auch neugierig machen. 

Vielleicht seit Ihr in eurem nächsten Urlaub auf Kreta und schaut euch den Palast von Knossos an. Dann könnt uns sehr gerne berichten, wie sehenswert der besagte Raum ist.

Wir verließen mit sehr vielen schönen Eindrücken den Palast von Knossos. 
Am Ausgang konnten wir noch mit einigen Pfauen auf Tuchfühlung gehen. Die Pfaue stolzierten frei über das Gelände. Aber leider bekamen wir das opulente Federkleid nicht in voller Pracht zu sehen. Doch einem Pfau ohne Zaun so nah zu kommen war schon auch ein kleines Highlight. Nun mussten wir aber wirklich langsam weiter. Wir kamen nur bis zum nächsten Souvenirgeschäft. Die 1,5 Stunden in der Sonne hatten uns eines gelehrt, wir benötigten dringend eine Kopfbedeckung. Nicht das uns das klar gewesen wäre, gerade wenn wir im Sommer lange draußen unterwegs sind, wie zum Beispiel beim Wandern in der Schweiz. Wir hatten sie bei meinem schnellen nächtlichen Kofferpacken einfach schlicht weg vergessen. Das Souvenirgeschäft war glücklicherweise auf uns vorbereitet. Unzählige Mützen, Hüte, Caps und Kopftücher hingen in sämtlichen Formen und Farben in der Auslage. Dazu noch ein überbordendes Angebot an Souvenirs, für uns nicht mehr überraschend vieles in Penisform und landestypischer handgemachter Schmuck.

Jasmin`s Schwestern hatten sich kleine Souvenirs gewünscht. Also schauten wir gleich mal nach Mitbringseln. Bei dieser schier unendlichen Auswahl, war es jedoch nicht leicht das Richtige zu finden. Irgendetwas in Penisform vielleicht? Na gut, ihre jüngste Schwester hat 5 Kinder, sie braucht so etwas also definitiv mal nicht. Nach einiger Zeit hatten wir für uns passende Kopfbedeckungen und zwei Fußkettchen erstanden. Eine Kette für ihre kinderliebende Schwester und ein Andenken für Jasmin selbst. Jetzt mussten wir aber wirklich weiter.

Unser nächstes Ziel sollte das Kloster Arkadi sein. Das war aber noch gut 80 Kilometer oder 1,5 Stunden mit dem Auto von Knossos entfernt. Wir fuhren also mit unserem schneeweißen Citröen wieder in Richtung Heraklion. Wir mussten wieder zurück auf die Schnellstraße. Durch die Suche in der Navigationsapp nach dem schnellsten Weg zum Kloster, wurde uns klar das wir nicht auf einer Schnellstraße, sondern auf einer Art Autobahn unterwegs waren und man diese mit erlaubten 130 km/h befahren durfte.

Hoch konzentriert fuhren wir durch das Verkehrsgewusel von Heraklion, um nicht unsere Autobahnauffahrt zu verpassen. Auf der Autobahn angelangt ging es für uns in Richtung Agia Marina raus aus der Stadt. Die Autobahn schlängelte sich an der Küste entlang stellenweise nur wenige Meter vom Meer entfernt. Hinter jeder Kurve erwartete uns ein neuer grandioser Blick auf das türkisschimmernde Meer. Man sah die hohen Wellen wie sie an der felsigen Küste brandeten. 

Wenige Kilometer hinter Agia Pelagia öffnete sich plötzlich der Blick zwischen den Bergen und man schaute über einen leeren Sandstrand welcher gesäumt war mit einigen Bäumen direkt auf das Meer. Ich musste unbedingt anhalten. Die Zeit lag uns immer noch ein wenig im Nacken, aber wir wollten Kretas schöne wilde und schroffe Landschaft genießen. Wir wollten sie auch spüren, sie hören, sie riechen und sie berühren.  Wir parkten unseren weißen Reisebegleiter direkt neben einer kleinen Taverne mit dem Namen Opou Vastaxi. Sie lag direkt am Meer. Wir stiegen aus und gingen nur einige Meter in Richtung Meer. Der Wind blies stark vom Meer herüber. Wir genossen paar Minuten den traumhaften Ausblick. Wir waren so weit weg von zu Hause. Wir waren im Urlaub.  Auf dem Rückweg mussten wir hier wieder vorbei und da wollten wir noch mal anhalten und runter zum Strand. Wir wollten noch mehr vom Meer. Wir setzten unsere Fahrt fort und schlängelten uns weiter durch Kreta.

Nach dem kleinen Küstenort Bali verließen wir die gebirgsartige Landschaft und wir fuhren wieder durch flache karge Olivenplantagen. Da wir nun mit den erlaubten 
130 km/h unterwegs waren, kamen wir sehr gut voran und jetzt verstanden wir auch die etwas seltsam anmutende Fahrweise der Einheimischen. 
Warum fuhren sie nun teilweise sehr weit rechts auf dem Standstreifen? … damit man sie besser und risikofreier überholen konnte. So musste man beim Überholen nicht auf die Gegenfahrbahn und man konnte auch an Stellen überholen, wo es durch die eingeschränkte Sicht nach vorne sonst nicht möglich wäre oder auch auch nicht erlaubt wäre. Das Fahren wurde da durch sehr entspannt.


Die Küstenregion von Panormos bis nach Sfakaki war gesäumt von teils riesigen Hotelanlagen der gehobenen Preisklasse die einem die Sicht auf das Meer komplett versperrte. Diese Resortanlagen muss man grundsätzlich nicht verlassen, es war alles Vorhanden, von Sportanlagen über riesige Poolanlagen und Spielplätzen bis hin zu Shoppingmöglichkeiten. 

Ob man das dann als Kretaurlaub bezeichnen mag, ist jedem selbst überlassen. Unsere Vorstellung von Urlaub entspricht dies nicht. Wir sind eher die Entdecker.


Bei Sfakaki verließen wir die Autobahn und fuhren nun ins Landesinnere. Die Straßen wurden wieder sehr schmal. Doch das war diesmal recht unproblematisch, da der Verkehr doch sehr überschaubar wurde. Um so weiter wir uns Landesinnere kamen um so weniger Autos kamen uns entgegen. Man konnte sie an beiden Händen abzählen. Wir fuhren auf einer schmalen Landstraße an unzähligen Olivenplantagen vorbei immer weiter hinein in die gebirgige unwirkliche Landschaft. Die Sonne brannte weiterhin unerbittlich vom blauen Himmel und auf den Straßen war kaum ein Mensch zu sehen.

Kloster Arkadi

Die schmale Landstraße führte durch ein schmales Tal und nach einer scharfen Kehrtwende erhob sich vor uns das Kloster Arkadi. Es lag auf einem kleinen  Hochplateau, welches nur über einen staubigen Feldweg zu erreichen war. Vor den Klostermauern befand sich ein großer sandiger Platz, der als Parkplatz dienen sollte. Vielleicht gibt es Zeiten, wo der Platz voll mit Touristenbussen und weißen Mietautos ist, als wir ankamen war der Platz leer. Es wirke sehr einsam und verlassen.  Es war geheimnisvoll still, die Sonne brannte vom Himmel, ab und zu rauschten die Blätter der Bäume und der Wind wirbelte etwas Staub auf. Die Stille wurde nur durch das Zirpen der Zikaden immer wieder unterbrochen. Dazu läuteten die Klosterglocken zur vollen Stunde. Man hatte ein wenig das Gefühl in einem alten Italowestern zu sein.

Das Arkadi-Kloster (griechisch Μονή Αρκαδίου) ist ein orthodoxes Kloster. Es ist das bedeutendste Nationaldenkmal der Insel Kreta. Das Kloster spielte eine herausragende Rolle im kretischen Kampf um Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich. Die Klosterkirche war bis zur Einführung des Euro auf dem 100-Drachmen-Schein abgebildet. Nach der Überlieferung wurde das Kloster Arkadi vom Byzantinischen Kaiser Arcadius im 5. Jahrhundert erbaut. Wissenschaftler gehen jedoch eher von der Gründung durch einen gleichnamigen Mönch aus. Der Name des Klosters ist durch eine Inschrift mindestens für das 14. Jahrhundert belegt. 

Wir liefen über den großen sandigen Vorplatz in Richtung Eingangstor. Wir gingen hinein und schon erhob sich vor uns die Klosterkirche. Sie stand im wahrsten Sinne des Wortes im Mittelpunkt der Klosteranlage. Auf der rechten Seite im Eingangsbereich saß ein Mann.  Es gab keine Eingangssperre, aber irgendwie hatte man das Gefühl dort den Eintritt zahlen zu müssen. Der Mann redete auch nicht. Stillschweigend bezahlten wir 4€ pro Person. Einige Besucher die nach uns die Klosteranlage betraten, gingen nicht zu diesem Mann und bezahlten somit auch keine 4€. Wir vermuten, das es sich eher um eine freiwillige Spende handelte, als um Eintrittgeld. Aber egal was es nun war, das Kloster ist das Geld und auch die längere Anreise wert. Das Kloster strahlte eine Stille aus, so das man versuchte so leise und so unauffällig wie nur irgend möglich alles zu besichtigen. Wir hatten das Gefühl, in das privaten Umfeld der Mönche einzudringen und sie bei ihrem Tagwerk zu stören. Doch es lebt hier kein Mönch mehr. Es war faszinierend das Kloster zu erkunden. Man konnte die meisten Räume betreten, sie sich in Ruhe anschauen und auf sich wirken lassen. In einigen Räumen waren noch alte Wandfresken zu sehen oder auch eine kleine aber sehr prunkvoll eingerichtete Kapelle. In machen Räumen waren auch nur Informationstafel zu der Geschichte des Klosters oder zur Verwendung der Räumlichkeiten angebracht. Im Innenhof stand eine große uralte Zypresse und gleich daneben ein alter vom Wind und Wetter gezeichneter abgestorbener Rest von einem Baum.

Wir liefen durch schattige Arkaden welche mit Wein bewachsen waren. Überall blühten in bunten Farben Rosen und es standen überall mit bunten Blumen und mit üppig blühenden Hortensien bepflanzte Steinkübel an den Klostermauern. Hinter der Klosterkirche war ein kleiner Blumen- und Kräutergarten und mitten drin standen Zitronenbäume voller reifer knallgelber Zitronen. Die Zikaden zirpen und an einer Klostermauer machte sich eine Katze an einem kleinen Wasserbrunnen im Schatten gemütlich. An einem großen Olivenbaum konnten wir nun auch die Zikaden entdecken, welche wir bis jetzt nur gehört hatten. Sie waren an die Baumrinde so gut angepasst, das man sie kaum erkennen konnte. Wir waren von ihrer Größe sehr überrascht, da wir von unseren heimlichen Grillen ausgegangen waren. Jetzt war uns natürlich auch klar, warum das Zirpen der Zikaden um einiges lauter ist, als bei unseren niedlichen kleinen Grillen zu Hause im Garten. Nach gut einer Stunde hatten wir uns alles ganz in Ruhe angeschaut, da auch kaum noch Besucher mit uns im Kloster unterwegs waren.

Es war eine manchmal etwas unheimliche, aber im ganzen eine sehr angenehme Einsamkeit. Auch wenn dieses Kloster sehr sehenswert ist, wäre es wünschenswert, wenn es ein Geheimtipp bleiben würde. So verliert es durch die nur wenigen Besucher, nicht diese Stille und diese Einsamkeit und dadurch nicht seinen Charme. Vielleicht hatten wir jetzt auch nur Glück, und das die unzähligen Reisebusse mit den Tagesausflügler schon alle wieder zurück in ihren Hotelanlagen waren und schon wieder am Pool lagen. Wir verließen das Kloster. Ihm gegenüber stand unter hohen Bäumen etwas versteckt noch ein weiteres Gebäude. Es war ein sogenanntes Ossuary – ein Beinhaus. Gleich daneben war ein kleiner Friedhof wo einige Mönche des Klosters bestattet waren. Von hier aus konnte man runter ins schmale Tal schauen, von wo wir herkamen.

Wir machten uns langsam auf den Rückweg. Wir wollten ja auch noch mal an der schönen Buch mit dem wilden Strand anhalten und bis zum Hotel war es jetzt von hier aus auch gute 120 Kilometer.

Die Griechen haben viele Namen für die kleinen Kirchen. Meist werden sie Ikonostásia genannt, aber auch Proskinitária oder Kantylákia.Sie stehen an jeder Straße, auf Feldern, in den Bergen, selbst auf Fabrikgeländen. Ursprünglich dienten sie den Menschen dazu, während des Tages ihr Gebet verrichten zu können. Vor allem Bauern stellten deshalb am Rande ihrer Felder solche kleinen Kirchlein auf. Darinnen verbergen sich ein Öllämpchen, meist ein kleines Heiligenbild und einige Flaschen mit Öl für den Betrieb der ewigen Flamme. In der modernen Zeit kam ein neuer Zweck für die kleinen Kultstätten hinzu: Sie wurden errichtet, wenn jemand auf der Straße bei einem Unfall ums Leben kam. Sie werden jedoch 

auch gespendet, wenn derjenige einen Unfall überlebte. Angesichts stabil hoher Unfallzahlen füllen sich in Griechenland die Landstraßen mehr und mehr mit den kleinen Kirchlein. Der Fantasie sind bei der Gestaltung keine Grenzen gesetzt und wer handwerklich nicht ganz so begabt ist, kann die kleinen Kirchlein auch ganz bequem „von der Stange“ kaufen.

Phodele Bucht

Nach knapp einer Stunde tauchte vor uns die Phodele Bucht auf. Am Straßenrand stand eine verlassene Tankstelle. Es war ein rauer Ort. Der Strand war steinig und das Meer aufgewühlt vom Wind. Nur einige wenige alte Bäume trotzten den widrigen Bedingungen und spendeten etwas Schatten. Rechts vom Strand führte ein schmaler staubiger Weg ein Stück weit die felsige Küste entlang und endete in einer kleinen Bucht. Jasmin kletterte auf einen kleinen Felsvorsprung und ich kletterte über die Felsen runter ans Wasser. Es war herrlich hier. Wir wollten nicht mehr weiter. Wir genossen die Einsamkeit und das laute Getöse des Meeres. 

Es war eingenehm warm, da die Sonne zum späten Nachmittag nicht mehr so stark schien und der Wind vom Meer her einem die Hitze nicht so spüren ließ. Leider mussten wir dann doch weiter. Mit viel Wehmut im Herzen machten wir uns auf zur letzte Etappe zurück ins Hotel.

Es war so nicht geplant und auch wenn wir durch unseren Mietwagen als Touristen leicht zu erkennen sind, erkannte man vielleicht nicht sofort aus welchem fernen Land wir angereist waren. Aber mit unserer pünktlichen Ankunft zum Abendessen um 18.30 Uhr war klar, wir mussten Deutsche sein. Es fühlte sich seltsam am, da wir sonst gerade auf Reisen es nie so genau mit der Zeit nehmen. Wir haben meistens einen vollen Plan was wir uns Alles anschauen wollen, aber selten sind wir zeitlich genau da, wo wir geplant hatten. Und schon gar nicht beim Essen.

Und nun standen wir wie der stereotype Deutsche Punkt 18.30 Uhr mit all seinen anderen Landsmännern und Frauen am heißen und kalten Buffett.

Was soll’s … wir hatten Hunger und zum Strand runter den Sonnenuntergang genießen wollten wir auch noch. 

Nach einem so langen, heißen und ereignisreichen Tag schmeckte die griechische Küche gleich noch mal um einiges besser.

Und nicht zu vergessen der griechische Feta. Nach dem Wir uns durch das üppige Buffett probiert hatten, machten wir uns auf zum Strand.

Die Sonne stand schon tief am Horizont und der Wind peitschte die Wellen weiter an den felsigen Strand. Jasmin stand einfach nur auf den Fels und ließ die traumhafte abendliche Kulisse auf sich wirken. Ich stolperte mit meiner Kamera von einem Felsen zum Nächsten und versuchte die Atmosphäre auf Foto zu bannen. Zwischen den vielen weniger guten Schnappschüssen von Felsen mit und ohne Wellen, vom Meer mit Sonne und ohne Sonne oder Sonne mit Felsen und Wellen, waren auch nicht wenige Fotos mit Jasmin und Sonnenuntergang. Darunter gelang mir zufällig ein Foto, was mich durch seine Komposition doch stark an einige Szenen aus Star Wars erinnerte. Dem Sonnenuntergang in der Wüste auf Tatooine am  Wohnort von Luke Skywalker. 

Die Sonne verschwand am Horizont und es wurde schnell dunkel. Wir mussten den Mietwagen noch für die Abgabe am nächsten Tag um 9:00 Uhr volltanken. Also sind wir noch mal los. Es wäre natürlich sinnvoller gewesen, noch bei Tageslicht und schon auf der Rückfahrt von unserem Ausflug nach einer Tankstelle Ausschau zu halten. Nun aber fuhren wir ein wenig planlos durch die stockdunklen Straßen.

Straßenbeleuchtungen auf Kreta gab es nur innerhalb der kleinen Ortschaften. Unsere NavigationsApp zeigte uns eine kleine Tankstelle im Nirgendwo an. So fuhren wir durch die Nacht. Vor Uns nur der schwache Lichtkegel von den Lichtern des Auto und links und rechts nur schwarze Nacht. „Sie haben das Ziel erreicht.“ – und da war sie plötzlich mitten in dieser Dunkelheit die kleine Tankstelle. Nur spärlich beleuchtet, aber geöffnet. Ein älterer Mann kam aus einem kleinen Gebäude. Wie aus einer anderen Zeit, betankte der ältere Mann unser Auto. Bezahlen konnte ich dann aber wieder neuzeitlich mit der Kreditkarte.

Deutschland : Dänemark

Für Fans des gepflegten Rasensports war an diesem 29.06.2024 natürlich noch etwas Anderes sehr wichtig. Die Liveübertragung des EM Achtelfinals Deutschland gegen Dänemark. Wir waren jetzt nicht sonderlich große Fußballfans, also war es für uns auch nicht wichtig das man das Spiel selbst hier im fernen Sisi auf Kreta auf allen großen Fernsehen im Hotel sich anschauen konnte. In deutscher Sprache natürlich. Wir wussten nur das um 21:00 Uhr Anpfiff war. Wir kamen also gegen 22:00 Uhr vom Tanken zurück ins Hotel, als gerade das Spiel angepfiffen wurde. Wir waren etwas verwirrt. Vielleicht wurde es ja verschoben aus uns nicht bekannten Gründen. Wir wollten noch nicht aufs Zimmer und somit machten wir es uns auf den Liegestühlen am beleuchteten Pool bequem. Wir waren auch hier jetzt alleine, da die anderen Hotelgäste sich das Fußballspiel anschauten. Wir schauten vorsichtshalber nochmal im Internet nach, wann offizieller Spielbeginn war… 21:00 Uhr. Jetzt erst ging uns ein Licht auf. Wir hatten eine Zeitzone überflogen ohne das wir es gemerkt hatten. Wie auch, all unsere elektronischen Geräte inklusive unserer Uhren stellen sich automatisch um. Ohne dieses Fußballspiel wäre  uns die Zeitverschiebung vielleicht nie aufgefallen, auch nicht auf dem Rückflug.

Wir genossen noch ein wenig den lauen Sommerabend und das rauschen vom Meer, bevor wir dann müde und mit vielen schönen Eindrücken ins Bett fielen.

Wie schon am Morgen davor, wurden wir wieder mit lauten Zirpen der Zikaden und leichtem Meeresrauschen geweckt. Es war der Tag unserer Abreise. Doch bis dahin war noch Zeit. 

15 Uhr würden wir von unserem Shuttle-Bus vom Hotel abgeholt und zum Flughafen nach Heraklion gefahren. Also noch genügend Zeit für Urlaubsfeeling. Große Ausflüge waren nicht mehr möglich, da wir unseren weißen kleinen Reisebegleiter schon am morgen um 9 Uhr wieder abgeben mussten. Also nicht das es eine ordentliche Übergabe gegeben hätte wie am Vortag, wir gaben den Autoschlüssel nur an der Rezeption ab und damit war alles erledigt. Wann es dann schließlich abgeholt wurde, haben wir nicht mehr mitbekommen, da es zum Zeitpunkt unserer Abreise noch immer da stand wo wir es abgestellt hatten. 

Nach unserem guten Frühstück, packten wir unsere Koffer und checkten schon mal aus.

Sisi II

Da wir nun nur noch zu Fuß die Umgebung erkunden konnten liefen wir rüber in das kleine Hafenstädtchen Sisi. Sisi (griechisch: Σίσι) oder Sissi war ein wichtiger strategischer Hafen bis in die Besatzungszeit Kretas durch die Republik Venedig und insbesondere für die Osmanen während der Großen kretischen Revolution. Eine wichtige archäologische Stätte der minoischen Zivilisation etwa 500 Meter westlich des heutigen Dorfes, zeigt die Bedeutung des Gebiets seit der frühminoischen IIA (ca. 2600 v. Chr.) Periode. 

Am 4. November 2023 verzeichnete die Station der Weltorganisation für Meteorologie in Sisi eine Temperatur von 35,1 °C, die den europäischen Höchsttemperaturrekord im November darstellt. 

Etwas oberhalb über der Buch thronte das Palm Beach Resort. Es war nach den typischen  griechischem Flair gestaltet. Die typische Postkartenidylle. Alles Klischees wurden bedient. Angefangen von der Farbgestaltung, alles in Blau oder Weiß, über die Dekoration mit Holzbooten, Hängematten und Liegestühlen bis hin zur griechischen Küche in all ihren Facetten. Wir liefen unter einer langen von Dattelpalmen gesäumten mit Bougainvillea überwucherten Pergola entlang. Dazu kam der herrliche Blick über die kleine Bucht und den Hafen. Selbst eine landestypische Windmühle hatte man errichtet.

Die ersten Windmühlen Griechenlands wurden im 12. Jahrhundert gebaut. In ihrer Blütezeit wurden mehr als 50.000 Mühlen gebaut, von denen 2.000 auf den ägäischen Inseln zu finden waren. Die Windmühlen dienten der Produktion von lokalem Getreide und waren ein wichtiger Teil der griechischen Wirtschaftsgeschichte.

Diese hier jedoch war nur Dekoration. Auch wenn es alles direkt für den Besucher errichtet wurde und nicht „echt“ war, verfehlte es nicht seine Wirkung. Doch sobald wir das künstlich angelegte Griechenland verließen, empfand uns das echte griechische Flair. Die engen Gassen, überall kleine Geschäfte welche mal mehr oder weniger auf den Touristen ausgelegt waren, überall die mit Bougainvillea bewachsenen Hauswände und kleinen Gärten, Palmen spendeten überall den nötigen Schatten, die Einheimischen flitzten mit ihren Motorroller durch die Gassen und die Fensterladen aus verwittertem Holz vor den Fenstern waren nur einen Spalt weit geöffnet damit die Hitze nicht ins Haus zog.

In den kleinen Geschäften konnte man allerlei Souvenirs und Nippes erwerben. Zwischen drin findet  man auch kleine Läden die regionale Produkte, wie kretisches Olivenöl, eingelegte Oliven, Honig und Zitronenlikör anbieten. Auch findet man eine Vielzahl von kleinen Läden mit Schmuck und Kunsthandwerk aus der Region. Da man nun ins Flugzeug keine größeren Mengen Flüssigkeit mit nehmen darf, haben wir nur eine kleine Flasche Olivenöl und ein Glas Honig erstanden.

Direkt am Hafen waren viele kleine Cafés, Restaurant und Tavernen. Es war ein buntes Treiben. Menschen saßen in den Cafés und tranken ihren Espresso, Jugendliche saßen cool auf ihren rollern und unterhielten sich und Kinder sprangen von der Kaimauer ins Meer. Es gab für uns eigentlich keinen Grund den Shuttle-Bus um 15 Uhr zu nehmen.  Er würde mit Sicherheit auch ohne uns zum Flughafen fahren und auch der Pilot im Flugzeug würde uns bestimmt auch nicht vermissen. 

Es war noch genügend Zeit bis zur Abreise. Wir gingen zurück zum Hotel.

Auf den vielen frisch gemähten grünen Rasenflächen vor den Hotelzimmern lagen auf weißen Kunststoffliegen unsere braunverbrannten Eidgenossen, wie gestrandete Walrösser nur wenige Schritte vom „echten“ Kreta entfernt,  herum und ließen ihre mit Öl eingeschmierten, in der Sonne glänzenden Körper von der Selbigen weiter durchbraten.

Wir holten unsere Badesachen aus dem Koffer und liefen zurück zum kleinen Strand in der Bucht. Wir kühlten uns noch mal im salzigen Meer ab. Der Wind fehte heute noch etwas kräftiger als am Vortag. Riesige Wellen brachen sich am felsigen Strand. In der kleinen Bucht war jedoch von der aufgebrachten See nichts zu spüren. Wir wollten ein wenig die Wellen spüren und schwammen deshalb etwas hinaus aus der Bucht. man spürte den Sog des Wassers, wenn es wieder zurück ins offene Meer abfloss. Das Schwimmen wurde immer schwere, da man gegen beide Kräfte anschwimmen musste. Erst gegen die Welle die einem zurück in die Bucht und an die felsige Küste spülte und dann gegen den Sog der Einen aufs offenen Meer hinauszog. Wir schwammen nach kurzer zeit wieder zurück in die ruhigen Gewässer der Bucht. Wir fanden immer noch keinen Grund, warum wir diesen herrlichen Ort mit dem Shuttle-Bus verlassen sollten. 

Die Zeit schwamm uns davon.

Punkt 15 Uhr stand unser Shuttle-Bus vor dem Hotel, unsere Koffer verschwanden im Bauch des Busses und wir saßen wieder hinter Fensterglas und schauten wehmütig raus aufs Meer, auf den Strand und die traumhafte Umgebung in der wir die letzten zwei einhalb Tage verbringen durften. Damit war der Kurzurlaub auch schon fast am Ende.

In den darauffolgenden zwei Stunden sammelte der Bus an unzähligen Hotel in den vielen kleinen Ortschaften auf dem Weg zum Flughafen Touristen ein, welche auch ihre Heimreise antreten mussten. In Heraklion spuckte uns alle der Bus am Flughafen aus. Nun standen wir da, 2 Stunden vor Abflug.


zu besichtigen gab es ja in dieser unschönen Abfertigungshalle nicht. Über eine Treppe begaben wir uns auf die Zweite Ebene, welche damals als die Halle gebaut wurde mit Sicherheit als Shoppingmeile geplant war. Heute sieht man nur noch die schon seit Jahren geschlossene Geschäfte und leere Schaufenster. Nur Ein oder Zwei kleinere regionale Fluggesellschaften haben hier ihre Büroräume und ein großes markenneutrales Schnellrestaurant. Teilweise war sogar die Beleuchtung in den Gängen ausgeschalten, da hier so gut wie kein Reisender einen Grund sieht, zu verweilen.

Wir holen und im Schnellrestaurant einen schlechten überteuerten Kaffee und einen Latte Maccioato. Natürlich hatte der Latte Macciato den gleichen schlechten Standard wie der Kaffee. Wir nutzen die gespenstige Ruhe der leeren Schoppingmeile, um noch etwas zu entspannen.  Unter uns herrschte lauter und reger Fluggastverkehr. Vor den Anzeigetafeln drängten sich die Reisenden, suchten ihren Flug und liefen zum Check-In.  Wir setzten uns auf eine einsam im Halbdunkel stehende Bank, die Anzeigetafel im Blick und aßen unsere belegten Semmel, die Jasmin heute beim Frühstück gemachte hatte, wovon ich jedoch nichts mitbekommen hatte.

Was soll man(n) da sagen … Mutter von 4 Kinder, sie ist auf alles vorbereitet. 

Was haben wir leider noch nicht gesehen ….

Kloster Adia Triada

Auf der kargen Halbinsel Akrotiri befindet sich das Kloster Agia Triada. Ein herrlich magischer Platz in mitten einer herrlichen Landschaft mit Oliven-Hainen, Zypressen und Weinberge. Gegründet von den Mönchs-Brüdern Jeremia und Lavrentios Tzagarolon aus dem Nachbar-Kloster Gouverneto. Erbaut und gegründet wurde das Kloster Agia Triada  im 17. Jh. von den zwei venezianischen Mönchs-Brüdern Jeremia und Lavrentios Tzagarolon aus dem Nachbar-Kloster Gouverneto. Das Kloster ist aufgrund seiner Architektur und Größe das eindrucksvollste Kloster der venezianischen Epoche. Es gleicht einer Festung und bildet ein großes Viereck mittig liegt das imposanten Katholikon und die zwei kleinen Kapellen. Heute ist das Kloster Agia Triada das größte Kloster Kretas, das auch bewirtschaftet wird.

Bergdorf Kouses

Obwohl in kaum einem Reiseführer verzeichnet, gibt es doch gute Gründe, das nur 300 Einwohner zählende Dorf an den Ausläufern der Asterousia-Berge zu besuchen. Denn nur 1,5 km von Petrokefali an der Hauptstraße nach Matala entfernt, schmiegen sich die traditionellen Steinhäuser des Ortes malerisch an den Hang. Von dort oben hat man einen wundervollen Ausblick über die Messara, hinüber auf das Ida-Gebirge und sogar bis zum Meer. 

Zeus-Höhle Dektéon Ántron

Die Höhle von Psychro (altgriechisch Ψυχρό), auch bekannt als Zeus-Höhle und Diktäische Höhle oder Diktäische Grotte, befindet sich bei dem Ort Psychro oberhalb der Lasithi-Hochebene auf der griechischen Insel Kreta, etwa 48 Kilometer südöstlich von Iraklio. Sie war eine wichtige Kultstätte der Minoer, was durch Funde belegt wird, die bis in die frühminoische Epoche (etwa 2800 v. Chr.) zurückreichen.

Matala – Das Dorf der Hippies

Mátala (griechisch Μάταλα) ist ein Dorf an der Südküste der griechischen Insel Kreta, im Regionalbezirk Iraklio. In den 1960er Jahren war die kleine Bucht am Libyschen Meer ein Sehnsuchtsort von Hippies, seither hat sich Matala mit seinem feinkörnigen Sandstrand zu einem beliebten Touristenort gewandelt. Matala zählte 2011 67 Einwohner.

Lasithi-Hochebene

Die Lasithi-Hochebene auf Kreta ist eine der faszinierendsten und malerischsten Regionen der Insel. Eingebettet in den Dikti-Bergen im Osten Kretas, bietet diese Hochebene eine beeindruckende Kombination aus natürlicher Schönheit, historischer Bedeutung und traditionellem kretischen Leben. Die Lasithi-Hochebene liegt auf einer Höhe von etwa 850 Metern über dem Meeresspiegel und erstreckt sich über eine Fläche von rund 25 Quadratkilometern. Sie ist von einer ringförmigen Bergkette umgeben, die das Plateau vor den starken Winden der Ägäis schützt und ein gemäßigtes Klima schafft. Eine der markantesten Sehenswürdigkeiten der Hochebene sind die zahlreichen Windmühlen, die einst zur Bewässerung der Felder genutzt wurden. Obwohl viele dieser Windmühlen heute nicht mehr in Betrieb sind, verleihen sie der Landschaft einen einzigartigen Charme und erinnern an die landwirtschaftliche Geschichte der Region. Die Lasithi-Hochebene ist reich an historischen Stätten und kulturellen Traditionen. Eine der bekanntesten Attraktionen ist die schon erwähnte Diktéon-Höhle, die als Geburtsort des Göttervaters Zeus gilt. Diese mythologische Stätte zieht jedes Jahr viele Besucher an, die die beeindruckenden Stalaktiten und Stalagmiten im Inneren der Höhle bewundern möchten. Ein weiteres kulturelles Highlight ist das Kloster Vidiani, das im 19. Jahrhundert erbaut wurde. Das Kloster liegt am Rande der Hochebene und bietet einen atemberaubenden Blick auf die umliegende Landschaft.

Schlucht von Samaria

Die Samaria-Schlucht im Südwesten der griechischen Insel Kreta ist mit 17 Kilometern Länge eine der längsten Schluchten Europas. Sie führt aus über 1200 m Höhe fast von der Mitte der Insel bis zum Libyschen Meer.

Die Samaria-Schlucht ist einer der touristischen Höhepunkte Kretas; bis zu 4000 Menschen durchwandern sie während der sommerlichen Hochsaison täglich. Die Schlucht wird gesäumt von bis zu 600 m hohen senkrechten Felswänden, die an der engsten Stelle der Schlucht, an der sogenannten „eisernen Pforte“, einen Durchlass von lediglich drei bis vier Metern gewähren.

Richtis Schlucht

Die Richtis-Schlucht ist eine Schlucht auf der griechischen Insel Kreta. Sie liegt im UNESCO Global Geopark Sitia. Wegen der ursprünglichen Natur und der guten Erreichbarkeit zählt die Schlucht zu den bekanntesten und am meisten besuchten Schluchten Ostkretas. Der Zugang zur etwa 5 km langen Schlucht befindet sich nahe des Dorfes Exo Mouliana im Regionalbezirk Lasithi an der Ethniki Odos 90, etwa 52 km östlich von Agios Nikolaos und 14 km westlich von Sitia. Als eine der wenigen der über 300 Schluchten Kretas ist der Besuch kostenpflichtig. Für den als Geopark-Route markierten Wanderweg hinab ans Meer sollten gut zwei Stunden veranschlagt werden, der Abstieg beginnt auf 350 m über dem Meeresspiegel. Im Winter und zeitigen Frühjahr führt der Wildbach mitunter viel Wasser, gelegentlich ist dann eine Kraxelei über Felsen erforderlich.

Elafonissi Strand

Elafonissi ist eine Halbinsel 76 km westlich von Chania und 5 km südlich des Kloster Panagia Chrysoskalitissa, an der Südwestspitze von Kreta. Es ist ein Naturschutzgebiet mit Sanddünen, seltenen Pflanzen und Tieren, darunter Meeresschildkröten. Elafonissi ist bei ruhigem Meergang über eine Sandbank zu Fuß zu erreichen und bietet eine paradiesische Kulisse mit feinem, hellen Sand, der aufgrund von kleinsten Muschelpartikeln rosa leuchtet. Das Wasser ist hier sehr flach, sodass sich ein Ausflug auch mit der ganzen Familie lohnt. An der äußersten Spitze der Insel finden sich auf einer Anhöhe ein Leuchtturm sowie die Koundourakis-Kapelle, die in den 1970er Jahren errichtet wurde. Von hier aus haben Sie auch einen wunderbaren Ausblick über das Meer und die Umgebung.

Falasarna Beach

Der exotische Strand von Falassarna liegt 59 km westlich von Chania und fast 17 km westlich von Kissamos am westlichen Fuß der Halbinsel Gramvousa. Am nördlichen Ende des Strandes befinden sich die Ruinen der alten griechischen Stadt Phalassarna. Falasarna ist, ähnlich wie Elafonissi, wegen seinen umwerfend schönen Stränden und dem türkis farbenen Meer sehr beliebt.

Seitan Limani Beach

Der Seitan Limania Beach liegt auf der Halbinsel Akrotiri 22 km nordöstlich von Chania und 2 km östlich des Dorfes Chordaki. Die felsige Unterwasserwelt lädt zum Schnorcheln ein. Wer lieber nur schwimmen möchte, wird vom tiefen Blau überwältigt sein. Dieser versteckte Strand ist nichts für Nichtschwimmer. Er trägt seinen Namen Seitan Limania, nach der wilden Landschaft, den steilen Klippen und den starken Meeresströmungen, die sehr gefährlich sind. Der Strand war einst nur mit dem Boot erreichbar, aber mittlerweile führt ein steiniger Abstiegspfad in die unberührten Ufer. 

… und es gibt noch so viel mehr !