
25 days of the road
Part 1 – England
Day one
Es ist endlich soweit. Unser Abenteuer beginnt. Ab jetzt wird es sich zeigen, ob unsere 12monatige genaue Planung aufgeht. Um 11 Uhr bekommen wir das Wohnmobil übergeben. Geplant ist knapp eine Stunde, zum Schluss sind es zwei Stunden voller Informationsinput ohne Pause. Doch dann konnten wir endlich einsteigen und losfahren. Noch auf dem Gelände des Wohnmobilverleih legte ich erstmal eine ordentliche Vollbremsung hin. Meine Kopf-Fuß-Koordination musste neu kalibriert werden. Da ich nur Schaltgetriebe im Auto gewohnt war, passten meine Fussstellungen nicht zu den Pedalen im Wohnmobil, welches ein Automatikgetriebe besaß. Also alles noch mal auf Anfang und so rollten wir erstmal sehr langsam vom Gelände. Nach ein paar Kilometern war ich dann auch auf das Automatikgetriebe kalibriert. Nun fuhren wir noch schnell einige frische Lebensmittel einkaufen und dann ging es ans Beladen. Die erste Erkenntnis, Koffer machen keinen Sinn in einem Wohnmobil. Jasmin fing also an ihre zwei vollgestopften Koffer wieder auszupacken und alles in den Schränken zu verstauen. Anfangs war sie noch skeptisch, ob sie auch noch meine zwei etwas weniger vollgestopften Koffer unterbringen würde. Aber schnell zeigte sich, das Jasmin alles ohne Probleme verstauen konnte. Wir waren positiv überrascht und doch froh, nicht die ganzen 3 Wochen aus dem Koffer leben zu müssen. Wir waren aber noch lange nicht fertig. Jasmin räumte weiter die Küche und das Bad ein. Sie nutzte jede erdenkliche Nische um irgendetwas zu verstauen. Ich war der weil damit beschäftigt unsere Fahrräder auf dem Gepäckträger zu befestigen.
Tipp: Wo haben Wir unser Wohnmobil gemietet und unsere Erfahrungen
Was sich als kleines Problem rausstellte, da mein E-Bike nicht unbedingt die typische Rahmenform besitzt. Zusätzlich wurde das ganze noch durch den Carbonrahmen erschwert, da es somit keine richtigen stabilen Rahmenteile gibt, wo ich die Halterungskrallen hätte befestigen können ohne dabei das Fahrrad zu beschädigen. Nach gut zwei Stunden Fahrräder rauf, Fahrräder runter und wieder rauf, hatte ich es dann doch irgendwie geschafft, alles sicher zu befestigen. Plan war es, bevor wir 21 Uhr in Richtung Calais starten, noch etwas zu schlafen, da es eine sehr lange Nacht werden würde. Am Samstag, den 21.09.2023 wollten wir um 9 Uhr die Fähre nach Dover nehmen, weiter bis nach Canterbury fahren und dort dann erstmal Schlafen. Aus diesem Grund waren wir auch sehr glücklich über den Umstand, das wir das Wohnmobil schon am Vormittag abholen durften und nicht, wie bei der Buchung vereinbart erst am Nachmittag. Schlussendlich stellte sich heraus, das wir zwar die gewonnene Zeit gut gebraucht haben, aber leider nicht zum schlafen. Nach dem großen Packen, kam noch das Große Verabschieden von unseren Kinder, den Verwandten und Bekannten. Zum Schluss noch schnell dem Rest der Welt auf Facebook und Istagram Bescheid geben, das Wir dann mal weg sind. Und somit ließen wir Untermeitingen fast auf die Minute pünktlich gegen 21 Uhr hinter uns und fuhren in die Nacht.
Die ersten Stunden vergingen wie im Flug. Wir waren aufgeregt und verspürten keine Müdigkeit. Da das Wohnmobil jedoch eine sehr laute Geräuschkulisse entwickelte, war an Schlaf sowieso nicht zu denken. Nach 7 Stunden hatten wir die belgische Grenze erreicht.
Es war nachts um 4 Uhr und wir waren so gut wie alleine auf der gutbeleuchteten Autobahn unterwegs. Jasmin wollte nun auch mal fahren. Also kurzer Stop und Fahrerwechsel. Jasmin verstellte gleich mal das komplette Fahrercockpit und schon waren wir wieder auf der Autobahn. Es lag nicht an Jasmin, aber in Belgien wurde es sehr trostlos und langweilig. Die Kilometer wollten einfach nicht weniger werden und die Sonne wollte auch nicht aufgehen. Die Stunden zogen sich wie Kaugummi dahin und die Müdigkeit machte sich im Wohnmobil breit. Die Ironie war, wir hatten zwei vollwertige Betten im Wohnmobil dabei, konnten sie aber in dieser Nacht nicht nutzen, da unser Fähre pünktlich um 09:05 Uhr auch ohne uns ablegen würde. Wir … also eigentlich ich, hatte die Fähre so genau gebucht, das wir nur wenige Stunden Zeitpuffer hatten. Trotzdem haben wir noch in Belgien eine kurze Tank- und Schlafpause eingelegt, da keiner mehr von uns beiden vor lauter Müdigkeit fahren konnte. Nach 30 Minuten Power-Napping ging es dann aber auch schon wieder weiter.
Irgendwann gegen 7 Uhr ging dann auch so langsam die Sonne auf und die Müdigkeit wisch wider der Aufregung. Kurz vor 8 Uhr überquerten wir die Grenze nach Frankreich und Calais war nur noch wenige Minuten entfernt. Ich könnte jetzt natürlich behaupten das ich es perfekt geplant hatte, da wir nur 45 Minuten vor Abfahrt der Fähre im Hafen ankamen. Aber es war dann wohl doch mehr Glück als perfekte Planung.
Und somit standen unsere ersten 1000 km nach einer sehr langen Nacht auf der Uhr.
Tipp: Unsere Erfahrungen beim Buchen der unterschiedlichen Fährverbindungen




